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Wiesen und Wälder, Windmühlen und Wasserburgen und der Rhein, der sich ein breites Bett durch
die flache Landschaft gegraben hat: Das ist der Niederrhein.
Schon die Römer haben hier deutliche
Spuren hinterlassen. Und heute sind es die Touristen, die diese Landschaft immer mehr für sich
entdecken.
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Quirinus-Münsters (Bild: Wikipedoa Commons - Matthias Holländer)
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Das Gebiet des Niederrheins[1] liegt im Westen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Es beginnt westlich der Stadt Düsseldorf und zieht sich dann entlang der Grenze zu den Niederlanden zwischen den Flüssen Maas und Rhein bis Kleve und Emmerich.
Eigentlich gar nicht typisch für den Niederrhein ist die Stadt Duisburg. Stahl, Handel und Hafen haben die 500.000 Einwohner zählende Stadt bekannt gemacht. Duisburg hat den größten Binnenhafen der Welt. [2]
Die größte Stadt am mittleren Niederrhein ist Mönchengladbach. Fast 60 Prozent der Stadtfläche sind Parks und Anlagen. Sehenswert ist z. B. das Wasserschloss Rheydt aus der Zeit der Renaissance.
Schon vor mehr als 2000 Jahren legten römische Legionäre den Grundstein für die Stadt Neuss. Das Wahrzeichen der alten Handels- und Hansestadt ist das Quirinus-Münster[3]. Es ist eine der bedeutendsten spätromanischen Kirchen im Rheinland. Nach einem Brand erhielt das Münster 1741 die barocke Kuppel, die mit 46 Metern lange Zeit die höchste nördlich der Alpen war.
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Für den Radwanderer gibt es auch viele markierte[4] Radwanderwege. Allein die Niederrheinroute ist über 2000 km lang! Da die ganze Gegend flach ist, macht das Fahrradfahren auch wenig Probleme, es sei denn, der Wind bläst einem ins Gesicht!
Die Niederrheiner sind fröhliche und gesellige Menschen. Viele Menschen aus den Städten des Ruhrgebiets ziehen an den Niederrhein, um hier in ländlicher Umgebung zu leben. Die meisten Arbeitsplätze bietet die Landwirtschaft. Große Betriebe erzeugen Obst und Gemüse, aber auch viele Blumen und Sträucher, wie die bunt blühende Erika[5] oder die Azalee[6], werden hier gezüchtet.
Schon die Römer haben ihre Spuren am Niederrhein hinterlassen. Das 2000 Jahre alte Xanten war schon zur Römerzeit eine bedeutende Siedlung.
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Die Hansestadt Wesel war früher einmal eine bedeutende Handelsstadt. Sie war eine Hochburg[8] der Reformation und Ende des 17. Jahrhunderts die westlichste und mächtigste Festung Preußens. Diese Geschichte wird im Preußen-Museum wieder lebendig.
Ein wunderschönes Wasserschloss ist Schloss Moyland, südlich von Kleve. Eingebettet in eine herrliche Gartenanlage beherbergt es heute ein Museum. Neben vielen Kunstwerken aus dem 19. und 20. Jahrhundert enthält es die weltweit größte Sammlung des Künstlers Joseph Beuys.
Kurz vor der holländischen Grenze, wo der Rhein Deutschland verlässt, liegt die Stadt Emmerich. Die ehemalige Hansestadt hat mit dem Erholungsort Elten die höchste Erhebung am Niederrhein (82 Meter).
Fährt man auf der mit 1.228 Metern längsten Hängebrücke Deutschlands über den Rhein, kommt man bald in die ehemalige Kur- und Herzogstadt Kleve. Ihr Wahrzeichen, die Schwanenburg, ist weit über die Stadt hinaus sichtbar. Die Gartenanlage von Kleve diente im 17. Jahrhundert als Vorbild für viele europäische Parks und Gärten, so für den Tiergarten in Berlin.
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Weiter in Richtung Süden trifft man auf Kevelaer, seit 350 Jahren Wallfahrtsort[11]. Mit jährlich bis zu 800.000 Besuchern ist sie der größte Marien-Wallfahrtsort Nordwesteuropas. Das Niederrheinische Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte zeigt die bäuerliche und bürgerliche Kultur der Region zwischen Rhein und Maas.
Viel wäre von dieser Region noch zu berichten. So von Kalkar mit der größten Hallenkirche des Rheinlandes und den wunderbaren geschnitzten Altären, oder der Herzogstadt Geldern, um nur zwei zu nennen. Eine Kulturlandschaft lädt ein, entdeckt zu werden!
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Der Artikel erschien in "Der Weg" 4/2004
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[1]
Der Abschnitt des Flusses Rhein zwischen Bonn und Emmerich heißt auch "Niederrhein".
[2] Aufgrund der Stahl- und Kohlekrise sind viele Arbeitsplätze verloren gegangen. Wie viele Städte im Ruhrgebiet steckt Duisburg in einem Strukturwandel (= Wandel, Änderung, Umgestaltung der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen o.ÿä. Struktur). So versucht man, neue Industrien anzusiedeln und Bestehendes zu verändern. [3] das Münster: eine große Kirche, die zu einem Kloster (oder einer Diözese) gehört [4] markieren: ein Zeichen oder Symbol auf etwas machen, damit man es schnell und deutlich erkennen kann - kennzeichnen [5] die Erika: eine Pflanze mit vielen kleinen rosa bis violetten Blüten, die im Moor und auf der Heide wächst È Heidekraut [6] die Azalee:ein niedriger Strauch mit kleinen harten Blättern und leuchtend weißen, roten oder rosa Blüten [7] rekonstruieren: etwas neu bauen, von dem es nur Reste oder Beschreibungen gibt, [8] die Hochburg: ein Ort, an dem meist eine politische, religiöse oder kulturelle Bewegung besonders stark vertreten ist [9] Es ist das einzige erhalten Stadttor der ehemaligen Stadtbefestigung. [10] der Spargel: eine Pflanze mit meist weißen Stängeln, die unter der Erde wachsen und die man als Gemüse isst [11] die Wallfahrt: eine Wanderung oder Fahrt zu einem heiligen Ort - Pilgerfahrt |
©Der Weg 2008
E-Mail: weg@derweg.org
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