Deutsche Geschichte
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Deutsche Geschichte (II) 1517 - 1815
Deutsche Geschichte (II) 1517 - 1815
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Christoph Kolumbus (Bild: Wikipedia Commons)
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Für die Abgrenzung der Neuzeit zum Mittelalter sind
besonders die Entdeckung Amerikas (1492) und die Reformation
(1517) maßgeblich geworden.
Beide Ereignisse haben auch für
die deutsche Geschichte eine grundlegende Bedeutung. Die
Entdeckungen in Übersee und der ihnen folgende Überseehandel
machten Deutschland zu einem Hinterland und ließen es im
Vergleich zu Westeuropa wirtschaftlich rückständig werden.
Die Reformation spaltete die deutschen Länder in katholische
und protestantische und befestigte damit die Zersplitterung
des Reiches vollends. Wirtschaftliche und politische Schwäche
machten Deutschland anfällig für ausländische Beeinflussung oder
gar Bevormundung.
Ein Kennzeichen dieser Epoche ist der fürstliche Absolutismus.
Er setzte an die Stelle des mittelalterlichen Lehnswesens,
dessen verwickelte Ordnung viele Freiheiten gewährt hatte, den
einheitlichen Beamtenstaat des landesfürstlichen Regiments.
»Fürstenwillkür« züchtete einen »Untertanengeist«, der oft
seltsam mit »Liebe und Treue zum angestammten Herrscherhaus«
verbunden war.
Reformation und Gegenreformation - 1517-1648
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Karl V. (Bild: Wikipedia Commons)
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Luthers Kritik an der auf das Äußere bedachten Religion der
damaligen Kirche wurde zur Glaubensreform. Sie fand rasch in
ganz Deutschland Anhänger und wurde von zahlreichen
Reichsständen (Fürsten und Reichsstädten) übernommen. Sie
legten 1530 ihr neues Bekenntnis in der Augsburger Konfession fest.
Obwohl Kaiser Karl V. (1519-56) ein Reich besaß, in dem
"die Sonne nicht unterging", gelang es ihm nicht, die neue
Bewegung zu unterdrücken. Er war zu sehr mit den Kriegen gegen
Frankreich oder die Türken beschäftigt, und schließlich wurde
auch der Widerstand deutscher Fürsten gegen seine Übermacht zu
groß. Auf dem Reichstag zu Augsburg (1555) wurde schließlich
das Augsburger Bekenntnis als gleichberechtigt mit dem
katholischen anerkannt.
Auf dem Konzil zu Trient (1545-63) setzte die katholische
Kirche dem Protestantismus ihre Glaubenslehre entgegen und
festigte ihre Organisation. Im Jesuitenorden gewann das
Papsttum seit 1540 einen geschickten und unermüdlichen
Vorkämpfer. Die Gegenreformation hielt nun den Protestantismus
auf oder drängte ihn gar zurück. Als sich 1618 in Böhmen die
protestantischen Stände gegen den späteren Kaiser Ferdinand II.
erhoben und ein Jahr darauf den Protestanten Friedrich V. von
der Pfalz zum König wählten, führten die religiösen und
politischen Gegensätze zum Krieg.
In diesem Dreißigjährigen Krieg (1618-48), der weite Landstriche
verwüstete und entvölkerte, verlor Deutschland durch das Eingreifen
Schwedens und Frankreichs bedeutende Gebiete im Norden und Westen.
Der Westfälische Friede (1648) entschied nun endgültig über die
Verteilung der Konfessionen in Deutschland: Katholizismus im
Süden, Protestantismus im Norden, im Westen eine Mischung.
Kaiser und Reich mußten fast alle Souveränität an die
Reichsstände abtreten. Die meisten von ihnen besaßen ihrer
geringen Größe wegen überhaupt kein Gewicht, aber auch die
größeren unterlagen ausländischem Einfluß. Französische Politik,
Kultur, ja Sprache herrschten an den Höfen; die Fürsten ahmten
den "Sonnenkönig" Ludwig XIV. nach, sowohl in der absolutistischen
Regierungsform wie im Bau prunkvoller Barockschlösser. Dem Volk
sowie dem deutschen Geistesleben waren nur enge, bescheidene
Verhältnisse vergönnt.
Aufstieg Österreichs und Preußens - 1648-1786
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Flötenkonzert Friedrich des Großen (Bild: Wikipedia Commons)
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Frankreich nutzte sein Übergewicht dazu, sich im Elsaß und
in Lothringen weiter auszudehnen. Das Elsaß blieb ihm auch.
Rußland trat durch Peter den Großen (1682-1725) und seinen
Sieg über Schweden mitbestimmend in den Kreis der europäischen
Mächte ein. Sein Druck auf Schweden und Polen ermöglichte
Brandenburg die Ausdehnung an die Ostsee.
Brandenburg-Preußen hatte sich schon unter dem Großen Kurfürsten
Friedrich Wilhelm (1640-88) erheblich vergrößert und sich in
Preußen von polnischer Lehnshoheit befreit. 1701 wurde
Friedrich III. König in Preußen. Der "Soldatenkönig" Friedrich
Wilhelm I. (1713-40) machte aus dem Land einen kraftvollen
Militär- und Beamtenstaat. Sein Sohn Friedrich der Große
(1740-86) nahm Österreich 1740 Schlesien ab und behauptete es
im Siebenjährigen Krieg (1756-63) gegen die übermächtige Koalition
Österreichs, Frankreichs und Rußlands. Preußen war eine Großmacht
geworden. Darüber hinaus hatte die Gestalt Friedrichs deutschen
Nationalstolz geweckt und seine Art eines "aufgeklärten Absolutismus"
Bewunderung und Nachahmung bewirkt.
Österreich war schon vor Preußen zur Großmacht aufgestiegen in
zahllosen Kämpfen gegen die Türken, die ihr Reich schon zur Zeit
Karls V. bis über Ungarn ausgedehnt hatten. 1683 belagerten sie
sogar Wien, allerdings vergeblich. Seit dem ging Österreich
zum Gegenangriff über, indem Prinz Eugen den Türken Ungarn mit
Siebenbürgen abnahm (Friede zu Karlowitz, 1699). Maria
Theresia (1740-80) mußte dann allerdings Schlesien an Preußen
abtreten und dieses als gleichrangige Macht anerkennen.
Im 18. Jahrhundert gewann das deutsche Bürgertum an Bedeutung.
Aus ihm wuchs das Geistesleben, ausgehend von der gesamteuropäischen
Aufklärung, zu der Höhe der deutschen Klassik und Romantik. In
der Goethezeit (1749-1832) erlangten deutsche Dichtung, Musik
und Philosophie Weltgeltung.
Revolutionszeit - 1789-1815
Die Französische Revolution (1789) brachte für Frankreich eine
gesellschaftliche, für Deutschland eine politische Umwälzung
hervor. Begünstigt durch den Umstand, daß Preußen und Osterreich
zusammen mit Rußland mit der fortschreitenden Teilung Polens
(1772, 1793 und 1795) beschäftigt waren, eroberte die
Französische Republik 1792-97 die deutschen Gebiete bis zum
Rhein. Die dadurch beeinträchtigten deutschen Fürsten sollten
im übrigen Deutschland Entschädigungen erhalten. Ein Beschluß
(1803) lieferte an sie alle geistlichen Herrschaften aus
(Säkularisierung, d. h. Verweltlichung), dazu die meisten
Reichsstädte und kleinen weltlichen Herrschaften. Die Länder
Bayern, Baden, Württemberg, Hessen-Kassel und Nassau wurden
gewaltig vergrößert; aber dies reichte nur dazu aus, sie im
"Rheinbund" (1806) zu leistungsfähigeren Vasallen Napoleons
zu machen.
Die "Rheinbundfürsten" traten förmlich aus dem Reich aus.
Kaiser Franz II. legte die deutsche Kaiserkrone nieder.
Vorsorglich hatte er schon 1804 als Franz I. den Titel
eines Kaisers von Österreich angenommen. 1806-07 warf
Napoleon Preußen nieder und dehnte sein Herrschaftsgebiet
bis zur Elbe aus. Aber Preußen ging den Weg einer inneren
Erneuerung, und das französische Übergewicht stachelte den
deutschen Patriotismus auf. Als Napoleon 1812 in Rußland
geschlagen wurde, erhob sich 1813 zuerst Preußen, bald auch
Österreich gegen ihn, und schließlich nahmen auch noch die
Rheinbundstaaten an den deutschen Befreiungskriegen teil.
Im Bund mit Rußland und England wurde das napoleonische
Kaiserreich 1813-15 gestürzt. Der Wiener Kongreß (1814-15)
gab Deutschland eine neue Verfassung.
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