Deutsche Bundesländer
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Brandenburg
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Im Märkischen Sand
Brandenburg - Natur und Kultur ***
Wenn die Menschen der deutschen Hauptstadt
Berlin die Großstadt einmal leid sind, dann fahren sie ins
Umland, ins Bundesland Brandenburg. Dort finden sie in allen Himmelsrichtungen
Natur pur
[1]. Das Land hat karge
[2]
Böden und ausgedehnte Kiefern-, Birken- und Heidekulturen.
Deshalb verspottete man es früher als die ,Streusandbüchse
[3] der Nation.
Heute aber haben die erholungshungrigen Menschen unserer Zeit
den Reiz und die Schönheiten des Landes entdeckt. Sie lieben
die sanft gewellten Höhenzüge und Täler, die ausgedehnten
Seen und Wälder, die Flüsse und Moore.
Von der Eiszeit gestaltet
Die Eiszeit
[4]
hat die abwechslungsreiche Landschaft des neuen Bundeslandes rund
um die Hauptstadt einst geprägt und gestaltet. Heute zeigen
dies besonders die Fluss- und Seenlandschaften von Havel und Spree,
aber auch die zahlreichen Endmoränenhügel
[5]
des Fläming. Dieser ragt bis zu einer Höhe von 200 Metern
aus der sonst überwiegend flachen Landschaft heraus.
Viel gibt es in Brandenburg zu entdecken. Leider reicht aber der
Platz nicht, die Herrlichkeiten der unterschiedlichen Teillandschaften
Brandenburgs ausführlich zu beschreiben. Deshalb nur drei
Beispiele.
Der Spreewald
Von ganz besonderem landschaftlichem
Reiz ist der zur Niederlausitz gehörende Spreewald
süd-östlich von Berlin. Diese ursprüngliche Sumpflandschaft
ist von den Sorben
[6],
einem Volksstamm in dieser Gegend, in mühsamer Arbeit entwässert
worden. Heute prägen deshalb Wiesen und Laubwald und die
Ackerflächen für die berühmten Spreewälder
Gurken und den Meerrettich
[7]
das Bild. Ca. 300 natürliche und künstliche Wasserstraßen
durchziehen den Spreewald. Darauf können sich die Bewohner
auf flachen Kähnen
[8]
von einem Ort zum anderen bewegen. Sie transportieren so Vieh,
Traktoren und Arbeitsgerät auf die Felder, die auf den Inseln
zwischen den Wasserwegen liegen. Aber auch die Früchte des
Landes und das Heu für das Vieh werden auf den Kähnen
befördert. Für jeden Gast des Spreewaldes gehört
es unbedingt zum Programm, sich bei einer Kahnpartie durch die
schmucken Dörfer und Siedlungen staken
[9]
zu lassen. Dabei gewinnt man einen Eindruck von der Lebensweise
der Menschen, die sich hier auch ihre eigene Sprache - das Sorbische
- und ihr traditionelles Brauchtum bewahrt haben.
Die Uckermark
Eine andere interessante
Landschaft ist die im Nordosten Brandenburgs gelegene
Uckermark.
Hier findet sich in der Schorfheide rund um den Werbelinsee eins
der größten Waldgebiete des Landes. Es war für
Jahrhunderte das Jagdgebiet der Markgrafen Brandenburgs und hat
als Naturreservat es eine große Bedeutung. Hier kann der
Besucher noch Tierarten beobachten, die an anderen Orten nicht
mehr anzutreffen sind, z. B. See- und Fischadler, Eisvogel und
Fischotter.
Braunkohle in der Lausitz
Im Südosten des Landes
gibt es ein Gebiet, das durch die rücksichtslose Gewinnung
von Braunkohle im Tagebau in neuerer Zeit stark zerstört
und vergiftet worden ist. Es wird lange dauern, bis die riesigen
Kohlelöcher und die angrenzenden Abraumhalden rekultiviert
[10] und wieder
ansehnlich gestaltet worden sind. Erste Ergebnisse dieses Bemühens
kann man z.B. am großen Senftenberger See bereits erahnen.
Hier ist ein Naherholungsgebiet im Entstehen, das den Raubbau
an der Natur eines Tages vergessen lassen wird.
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Griebnitzsee (© Janos Balazs / PIXELIO)
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Ein dünn besiedeltes Land
Brandenburg ist ein dünn besiedeltes Land. Auf etwa 29.500 Quadratkilometern Fläche leben nur etwa 2,6 Millionen Menschen. Zur Besiedlung und zur Urbarmachung
[11]
des Gebietes hatten die Landesherren seit dem Mittelalter immer
wieder Siedler aus verschiedenen deutschen Gegenden ins Land geholt.
Dazu kamen aus Frankreich die Hugenotten und aus Salzburg die
Evangelischen, die in ihrer Heimat ihren Glauben nicht leben durften.
Hier in Brandenburg wurde ihnen Religionsfreiheit garantiert.
Potsdam, Hauptstadt Brandenburgs
Seinen Namen hat das Land
Brandenburg von der gleichnamigen Stadt, die westlich von Berlin
an der Havel liegt. Sie war wegen ihrer günstigen Lage an
den Handelswegen des Mittelalters einmal Mitglied der Hanse
[12], ebenso
wie Frankfurt an der Oder. Ihre Hauptstadtfunktion musste Brandenburg
später an
Potsdam abgeben. Hier herrschten die Preußenkönige.
Besonders Friedrich II., der Große (1712 - 1786), baute
in seiner 46-jährigen Herrschaftszeit die Stadt zu einer
ansehnlichen Residenz aus. Er war ein vielseitig musisch und literarisch
begabter Mensch und erfolgreicher Heerführer und Landesvater.
Besonders bekannt ist das schöne Schloss Sanssouci mit seinen
großen Gärten.
1995 sollte Potsdam seine Hauptstadtfunktion wieder verlieren, denn man wollte die Bundesländer Berlin und Brandenburg vereinigen. Die Bürger des Landes aber waren gegen den angestrebten Zusammenschluss, und so ist Potsdam auch weiterhin Hauptstadt des Bundeslandes Brandenburg. Die Vereinigung ist aber weiterhin geplant.
Geschichte und Gegenwart
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Schloss Sanssouci (© Janos Balazs / PIXELIO)
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Potsdam ist übrigens
auch Universitätsstadt, ebenso wie Cottbus und Frankfurt/Oder.
In dieser Stadt hat die heutige Europa-Universität ,Viadrina"
eine insgesamt 500-jährige Geschichte. Heinrich von Kleist
ist der wohl berühmteste Sohn der heutigen Grenzstadt zu
Polen. Sie wurde im letzten Krieg weitgehend zerstört, sodass
vom alten Frankfurt nicht mehr viel zu sehen ist.
Ein bekannter Brandenburger Dichter war Theodor Fontane
[13].
In seinen
,Wanderungen durch die Mark Brandenburg"
beschreibt er Begegnungen mit Land und Leuten. Und sein Gedicht
,Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" gehört
heute noch zum Standardlehrstoff im Deutschunterricht.
Bekannt wurde auch die Schauspielerin Marlene Dietrich (1901-1992).
An sie erinnern heute die wieder erstandenen Filmstudios der früheren
UFA
[14]
in Potsdam-Babelsberg.
Rund 350 Schlösser und Herrenhäuser gibt es in den weiten
Regionen Brandenburgs; rund 150 Museen und Gedenkstätten
laden zum Besuch ein, fünf Fachhochschulen und 15 Technologiezentren
ermöglichen Forschung und Ausbildung. Mehr als 120 Großinvestoren
[15] helfen
dem Land mit jeweils mehr als 50 Millionen Mark, den ,Aufschwung
Ost"
[16]
vorwärts zu treiben. Und Aufschwung ist in allen Teilen des
Landes, in den Städten und auch in den unzähligen kleinen
Dörfern, deutlich zu sehen. Eine Erkundungsreise lohnt sich
immer.
Lothar von Seltmann
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