Deutsche Städte und Landschaften
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Weihnachten im Erzgebirge
Weihnachten im Erzgebirge
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Der Stürmer im Winter (Bild: Wikipedio Commons - Rolf-Dresden)
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Wenn die ersten Schneeflocken auf den Höhen des Erzgebirges
fallen, dann ist es nicht mehr weit bis Weihnachten. Dann kommen viele Menschen
in die sonst so ruhigen Dörfer, um etwas von diesem Zauber des
weihnachtlichen Erzgebirges mitzuerleben.
Wo liegt das Erzgebirge? Es ist Teil des Freistaates Sachsen, im östlichen
Teil Deutschlands. Es gehört zu den deutschen Mittelgebirgen und liegt
eingebettet zwischen dem Vogtland im Westen und dem Elbsandsteingebirge im
Osten. Ein Teil des Erzgebirges liegt auf der Seite der Tschechischen Republik.
Ursprünglich war das Erzgebirge dünn besiedelt. Viele Menschen
dort lebten vom Bergbau, besonders dem Erzbergbau, von dem die Gegend ihren
Namen hat. Orte wie Freiberg stehen für diese Tradition. Die höchste
Erhebung ist mit 1214 m der Fichtelberg. An seinem Fuße liegt der
Wintersportort Oberwiesenthal. Von hier kamen zu Zeiten der ehemaligen DDR
viele bekannte Olympiasieger. In dieser Gegend fährt auch noch die
Dampfeisenbahn, die es im Westen Deutschlands nur noch selten gibt. Im Erzgebirge
liegen viele kleine Dörfer, zu denen oft nur schmale Straßen durch
Täler und über Höhen führen.
Lichter im Dunkeln
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Bahn im Erzgebirge (Bild: pixelio.de)
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Besonders schön ist das Erzgebirge aber im Winter. Zwar
ist es draußen sehr kalt, und die eisige Kälte und die oft brausenden
Stürme machen einen Aufenthalt im Freien nicht immer so angenehm. Um
so schöner ist es aber dann in den Stuben.
Wenn man im Dezember durch
die Straßen der Dörfer geht, so sieht man sehr viel Beleuchtung
in den Fenstern. Wunderschön strahlt das Licht aus den Häusern
heraus. Lampen, Figuren, Puppen und Räuchermännchen, sowie geschnitzte
Bergmänner werden in die Fenster gestellt und zieren auch die Wohnstuben.
Aber auch auf den Straßen und Plätzen der Städte und Dörfer
findet man oft beleuchtete Figuren und sogenannte Pyramiden. Hier sieht man
zur Weihnachtszeit auch einmal Bergmannskapellen mit Blasmusik durch die
Straßen ziehen, und bunte Weihnachtsmärkte ziehen immer wieder
Besucher an. Da kann man dann allerlei erzgebirgische Handarbeit kaufen,
und der Geruch von gebrannten Mandeln und Räucherkerzen erinnert an
das nahe Weihnachtsfest.
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Annaberg Buchholz-Blick auf die Pyramide (Bild: pixelio.de)
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Die Herstellung von Holzwaren hat im Erzgebirge eine lange Tradition. Schon
seit mehreren Jahrhunderten schnitzen die Menschen im Erzgebirge. Am Anfang
war es eher eine Feierabendbeschäftigung der Bergleute, aber mit dem
Rückgang des Bergbaus wurde dies bald die wichtigste Erwerbsquelle.
Das Holz wird geschnitzt oder gedrechselt. Besonders bekannt durch seine
schönen Holz- und Spielwaren ist das Dorf Seiffen. Hier findet man in
fast jedem Haus jemanden, der sich mit der Herstellung von Holzwaren
beschäftigt. Pyramiden und Weihnachtsschmuck, Räuchermänner,
Nußknacker und kleine Miniaturen werden hier von Hand gefertigt und
dann in alle Welt verkauft.
Ein Licht erhellt die Dunkelheit
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Erzgebirgische Volkskunst - Seiffener Kirche (Bild: pixelio.de)
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Eine besondere Geschichte wird auf vielen der schönen Pyramiden
erzählt. Da verkündigen Engel die frohe Botschaft, daß Jesus
Christus geboren wurde. Da finden wir Maria und Josef mit dem Kind und die
Hirten mit ihren Schafen. Auch die drei weisen Männer aus dem Morgenland,
die Jesus ihre Geschenke gebracht haben, sind hier anzutreffen. Sie alle
erinnern uns daran, warum wir überhaupt Weihnachten feiern. Wenn wir
die Kerzen anzünden und sich die Pyramide in der Wärme dreht, denken
wir an Jesus Christus als das Licht der Welt, welches in der Dunkelheit strahlt.
Von diesem Licht singen auch die Menschen im Erzgebirge gerne. Eine besondere
Tradition hat in Seiffen die "Kurrende". Die Kurrende ist der Kinderchor.
In jedem Gottesdienst am Sonntag singt die Kurrende. Und an den Adventsonntagen,
den vier Sonntagen vor Weihnachten, kommt noch eine zusätzliche Aufgabe
hinzu: In möglichst vielen Häusern werden von der Kurrende
Weihnachtslieder gesungen. Jeweils fünf Mädchen und Jungen ziehen
von Haus zu Haus. In der Hand haben sie einen leuchtenden Stern. An vielen
Haustüren warten schon die Menschen auf ihr Kommen. Das Singen kann
schon ganz schön anstrengend sein aber es macht viel Spaß.
Am Heiligabend läuten ab 16 Uhr im Erzgebirge überall die
Kirchenglocken und rufen zu den Gottesdiensten und Krippenspielen. Am ersten
Weihnachtsfeiertag heißt es dann früh aufstehen, denn schon um
fünf Uhr finden in vielen Gebirgsorten die Weihnachtsgottesdienste statt
und viele Menschen feiern die Geburt von Jesus Christus. Jetzt ist es wirklich
Weihnachten im Erzgebirge!
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Informationen über das Erzgebirge
©Der Weg 2008
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