Deutsche Städte und Landschaften
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Heidelberg - Stadt der Romantik
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Heidelberg am Neckar
Heidelberg am Neckar
Deutsche Städte:
Die Stadt ist um die 80 Kilometer von Frankfurt und 120 Kilometer nordwestlich von Stuttgart
entfernt (Bundesland Baden-Württemberg). Sie hat rund 140.000 Einwohner und eine Fläche von 109
Quadratkilometern. Heidelberg gilt als eine der schönsten Städte Deutschlands mit dem höchsten
Freizeitwert. Sie ist für viele ein Synonym für deutsche Romantik und war schon immer der Prototyp
einer deutschen Universitätsstadt. Sie gilt als weltoffen und intim zugleich. Heute besuchen
jährlich etwa dreieinhalb Millionen Menschen aus aller Welt diese berühmte Stadt.
Ursprung und Vergangenheit
Vom Jahre 80 an bis 260 n.Chr. siedelten hier am Neckarufer die Römer. Die erste urkundliche
Erwähnung von "Heidelberch" findet sich im Jahre 1196. Die Burg über Heidelberg wird erstmals 1303
erwähnt. Die älteste Hochschule Deutschlands wurde hier im Jahre 1386 gegründet. In der
Universitätsbibliothek, die damals schon berühmt war, hat man heute einen Bestand von 2,2
Millionen Büchern und Handschriften. Die Stadt und das Land wechselte durch Heirat, Erbfolgekriege
und den dreißigjährigen Krieg (1618-48) im Laufe der Jahrhunderte immer wieder zwischen Pfalz,
Bayern und Baden. Seit 1803 gehörte Heidelberg zum Großherzogtum Baden unter Fürst Karl-Friedrich.
Im zweiten Weltkrieg blieb Heidelberg weitgehend von Zerstörungen verschont, - angeblich, weil der
Oberkommandierende der amerikanischen Luftstreitkräfte in Heidelberg geboren wurde. Die Stadt
wurde nach dem Krieg zum Hauptsitz der amerikanischen Militärführung in Europa.
Anziehungspunkt Schlossruine
Am Zentrum des Heidelberger Schlosses ließen die verschiedenen Kurfürsten insgesamt dreihundert
Jahre lang bauen (bis 1620). Um zur gewaltigen Schlossruine zu kommen, muss man zuerst durch die
belebte Fußgängerzone laufen und anschließend einen steilen Weg nach oben gehen. Im Innenhof der
riesigen Schlossanlage befindet sich das deutsche Apothekenmuseum. Dort gibt es eine weltweit
einmalige Sammlung von Einrichtungsgegenständen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert zu bestaunen, zum
Beispiel Laborgeräte, Gefäße, Arzneimittel, Schriften, Bücher und Möbel. Das größte Holzfass der
Welt, das je mit Wein gefüllt wurde, steht im Kellergewölbe des Schlosshofes. Es wurde 1751 aus
130 Eichenstämmen gefertigt und hat ein Fassungsvermögen von fast 220.000 Litern. Es ist 8,5 Meter
lang und 7 Meter hoch. Auf dem Fass befindet sich eine Tanzfläche! So ein gigantisches Fass
brauchte natürlich auch einen "Fasswächter". Diese ehrenvolle Aufgabe erfüllte der trinkfeste
Südtiroler Zwerg "Perkeo", der gleichzeitig Hofnarr des Kurfürsten war. Am Fuße des Fasses steht
heute eine hölzerne Statue, die diesen schon seinerzeit berühmten "Wächter" darstellt. In den
Schlosskellern lagerten insgesamt 700.000 Liter Wein, und man sagt den damaligen Schlossbewohnern
und ihren Gästen nach, dass sie einen Tagesbedarf von annähernd 2000 Litern hatten!
Die alte Universität
Im Zentrum der Altstadt steht das Universitätsgebäude. Es wurde unter Kurfürst Johann Wilhelm
zwischen 1712 und 1728 erbaut. Der Vorgänger dieses Barockbaues wurde schon vor über 500 Jahren
errichtet. Schon im ersten Jahr nach der Gründung schrieben sich bereits 500 Studenten in
Heidelberg ein. Heute studieren hier 30.000 Studenten, die sich auf 15 Fakultäten verteilen. An
der Rückseite der Alten Universität stand das Augustinerkloster. Hier rechtfertigte Martin Luther
am 26. April 1518 vor dem Generalkapitel seines Ordens seine Lehre der Gnade Gottes ohne
Werkgerechtigkeit (= Erlösung aufgrund eigener Leistungen). Im Jahre 1860 forschten hier die
Chemiker Bunsen und Kirchhoff und entdeckten die Spektralanalyse (Weltraum-Chemie). 1871 wurde
hier Friedrich Ebert geboren, der später als erster Reichspräsident Deutschlands in die Geschichte
einging.
Der Philosophenweg
Zum nördlichen Neckarufer führt die Theodor-Heuss-Brücke. Dort kann man am Hang entlang
Heidelbergs berühmten Schaupfad, den Philosophenweg, begehen. Dort stehen Institutsgebäude der
Fakultät für Physik und Astronomie. In der Nähe des Parks (oberhalb) erinnert eine Anlage mit
Gedenktafel an den romantischen Dichter Josef von Eichendorff (studierte 1807/08 in Heidelberg).
Der Untere Philosophenweg bringt den Touristen dann zu zwei weiteren Anlagen, die Liselotte von
der Pfalz (1652 als Tochter eines Kurfürsten geboren) und dem Dichter Friedrich Hölderlin gewidmet
sind. Aus Liselotte von der Pfalz wurde später die Herzogin von Orleans (Frankreich). In der
näheren Umgebung wohnte als Jurastudent Viktor von Scheffel, der das berühmte Lied über die
Neckarstadt schrieb: "Alt Heidelberg, du feine, du Stadt an Ehren reich, am Neckar und am
Rheine, kein andre kommt dir gleich! Stadt fröhlicher Gesellen, an Weisheit schwer und Wein, klar
ziehn des Stromes Wellen, Blauäuglein blitzen drein, Blauäuglein blitzen drein ..."
Jörg Bauer
Der Artikel erschien in "Der Weg" Internetausgabe 2005
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