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Noch heute besitzt diese Stadt einen vollkommen erhaltenen Kern aus dem Mittelalter. Die frühere freie Reichsstadt ist auch noch rundherum von ihrer alten Stadtmauer umgeben. Gerne spazieren die Touristen über den Wehrgang, der fast vollständig begehbar ist, um von oben in die schmalen Gassen und auf die Plätze der Stadt zu schauen.
Den Zugang in die Innenstadt bilden wie eh und je die alten Stadttore. Früher wurden sie zum Schutz gegen Eindringlinge nachts geschlossen, heute stehen sie natürlich ständig offen. Die Gassen und Plätze sind für Frauen, die Stöckelschuhe tragen, schwer begehbar, denn sie sind mit holprigen Pflastersteinen versehen. Der Marktplatz ist umgeben von hohen Fachwerkhäusern mit spitzen Giebeln und wird beherrscht vom hohen Turm des Rathauses. Eine besondere Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Jakobskirche. In ihr steht ein gotischer Altar des berühmten Holzbildhauers Tilman Riemenschneider.
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Übrigens: Rothenburg ob der Tauber liegt in Mittelfranken, das ein Teil des Bundeslandes Bayern ist. Die Stadt hat etwa 12 000 meist evangelische Einwohner, wenig Industrie, dafür einen blühenden Fremdenverkehr. Vermutlich 1172 verlieh Kaiser Friedrich Barbarossa der bereits vorhandenen Burgsiedlung die Stadtrechte; 1274 wurde Rothenburg unter Kaiser Rudolf I freie Reichsstadt. Ihr Stadtbild innerhalb der Stadtmauer ist seit dem 30jährigen Krieg (1618 - 1648) kaum verändert.
Warum die Stadt in diesem Krieg nicht zerstört worden ist, soll noch kurz erzählt werden: Eine Legende erzählt, daß der siegreiche Feldherr Tilly nach der Besetzung der Stadt erwartete, daß die Bürger für ihren geleisteten Widerstand streng bestraft würden. Es war in solchen Fällen üblich, daß alle wehrfähigen Männer hingerichtet wurden und die Stadt verbrannt. Verständlicherweise waren die Bürger in großer Angst. Um den Feldherrn gut zu stimmen, begrüßten sie ihn mit einem großen Pokal Wein als Willkommenstrunk. Tilly und alle seine Offiziere tranken aus dem Pokal, ohne daß der dabei geleert wurde. Da machte der Feldherr den Bürgern von Rothenburg ein Angebot: Wenn ein Rothenburger es fertig brächte, den Pokal in einem Zug zu leeren, dann sollte die Stadt mit ihren Bürgern von der Strafe verschont bleiben. Und tatsächlich: der Altbürgermeister Nusch wagte die Prüfung und trank den Pokal leer, ohne einmal abzusetzen. Damit war die Stadt gerettet. Der Pokal, aus dem der Bürgermeister getrunken hatte, ist heute noch zu besichtigen. Aus dieser Legende entwickelte sich im 19 Jhdt. ein Theaterstück, dass bis heute aufgeführt wird.
Lothar von Seltmann
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Informationen über Rothenburg
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