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Was ist "Der Weg"? - Erinnerungen an die Krim-Freizeit

Erinnerungen an die Krim-Freizeit ***(*)

"Was machen Sie denn im Urlaub?" So werde ich kurz vor dem Sommerurlaub oft von Bekannten und Nachbarn gefragt und ernte seit einigen Jahren mit der Antwort "Ich fahre in die Ukraine" Erstaunen oder ein überraschtes "Was wollen Sie denn da?". Das Ganze begann 2003, als mir eine Einladung zu einer Sommerfreizeit auffiel. Mit Deutschsprachigen aus den Ländern hinter dem ehemaligen "eisernen Vorhang" Zeit zu verbringen, erschien mir eine gute Art Urlaub zu machen. Es ging nach Jaremtscha in den Karpaten. Die Reise mit dem Zug war lang und bot Gelegenheit, die anderen deutschen Mitarbeiter kennen zu lernen und die Freizeit vorzubereiten.

Opernhaus in Lviv (Bild: Wikipedia Commons - Jan Mehlich - Creative Commons)
Opernhaus in Lviv (Bild: Wikipedia Commons - Jan Mehlich - Creative Commons ) vergrößern
Lviv[1] mit seinem imposanten Bahnhof und dem alten Stadtkern gefiel mir sehr. In der Kleinstadt Ivano-Frankisk trafen wir die ukrainischen Mitarbeiter, die uns herzlich begrüßten und halfen, ein Sammeltaxi zu finden. Das Quartier in Jaremtscha diente als Unterkunft für Ferienlager. Unser Haus war wie manche Häuser in Lviv: an manchen Balkons fehlte das Geländer, die Rohre waren rostig, die Betten hingen durch. Das Frühstück mit gebratener Wurst und Nudeln war für eine Deutsche ungewohnt. Am zweiten Tag ging die Wasserpumpe kaputt und wir hatten einige Tage kein Wasser.

Aber trotzdem hatten wir eine wunderbare Zeit: Das Mitarbeiterteam wuchs schnell zusammen und die Kreativität der Ukrainer war zum Staunen. Als die Freizeitteilnehmer kamen, hatten wir wieder Wasser. Das Programm war abwechslungsreich: Bibelgruppen am Morgen, freie Zeit am Nachmittag zur eigenen Gestaltung und verschiedene Abendveranstaltungen (z.B. bunter Abend, Folkloreabend) boten viele Möglichkeiten zu Gemeinschaft und Gespräch. Da die Deutschkenntnisse unserer Teilnehmer sehr unterschiedlich waren, empfand ich die Sprachbarriere manchmal als schmerzhaft. Aber die ukrainischen Mitarbeiter waren da und halfen. Die Bibelgruppe machte mir besondere Freude. Was für ein Privileg, über Grenzen hinweg miteinander über Jesus und den Glauben zu sprechen.

Von 2006 bis 2010 konnte ich jedes Jahr zur Freizeit fahren. Immer gab es Überraschungen, die uns lehrten, intensiv zu beten. Mal war jemand krank, dann gab es Schwierigkeiten mit den Hauseltern. Im letzten Jahr auf der Krim war es Volker Schmidts Koffer, der fehlte und in dem fast das ganze Material für die Freizeit und der Beamer waren. Zunächst waren wir ratlos, aber dann half uns Juri Krocha, ein ukrainischer Pastor, der für uns telefonierte. Was wir gehofft und erbeten hatten, geschah: Der Koffer tauchte nach einem Umweg über Moskau auf und kam am Abend bei uns an. Nichts fehlte! Jetzt konnte die Freizeit beginnen! Die Teilnehmer konnten kommen! Einige waren das erste Mal dabei, andere schon liebe Freunde. Eine Teilnehmerin brachte ihre Eltern mit. Das Programm ähnelte dem der Vorjahre. Wieder entstand eine gute Gemeinschaft. Die ersten gingen schon am frühen Morgen zum Schwimmen. Bei Temperaturen bis 40°C war es mittags zu heiß. Viele waren erkältet und dennoch war die Stimmung gut. Nach dem Zeigen des Jesusfilms am vorletzten Abend herrschte langes Schweigen, bis einzelne das Gespräch suchten.

Wieder hatten wir eine super Zeit zusammen. 2011 werden wir eine Freizeit in den Karpaten haben und freuen uns schon jetzt auf die Begegnungen.

Dr. Sabine Forck

Der Artikel erschien in "Der Weg" 1/2011

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[1] Hauptstadt der West-Ukraine

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