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Über den "Weg"
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(Kaspar,
Melchior und Balthasar von rechts)Wir gehen zur Krippe
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Melchior: weit gegangen,
Balthasar: weit gegangen,
Kaspar: über Berge,
Melchior: tief im Tal,
Balthasar: durch die Wüste öd[2] und kahl,
Kaspar: Tag und Nacht auf schlechten Straßen.
Melchior: Unsre Füße sind voll Blasen.
Balthasar: Ach, wie war das Herz oft schwer,
alle drei: doch der Stern ging vor uns her.
Kaspar: Schrecklich knurrte oft der Magen.
Melchior: Räuber wollten uns erschlagen.
Balthasar: Löwen brüllten gar nicht fern,
alle drei: doch wir folgten unserm Stern,
Kaspar: der uns treu geleitet hat, bis in diese schöne Stadt.
Melchior: In die Stadt Jerusalem, wo die vielen Häuser stehn.
Balthasar: Doch wen können wir hier fragen, und wer wird das Kind uns sagen?
Kaspar (zeigt nach links): Welch Palast, welch goldne Tür! Der Herr König wohnet hier!
Melchior: Dieser hohe, edle Mann wird uns helfen, wie er kann.
Balthasar: Schenken wird er uns zum Dank für die Nachricht Speis' und Trank.
alle drei (rufend): Herr Herodes, komm heraus, tritt aus deinem Marmorhaus![3]
Herodes
(von links): Ich, Herodes, komm' heraus, tret' aus meinem
Marmorhaus,
halt das Zepter[4]
in der Hand, König bin ich hier im Land.
Bin gefürchtet,
bin gehasst, tue alles, was mir passt.
alle drei: So heißt unsre kleine Schar:
Kaspar: Kaspar,
Melchior: Melchior,
Balthasar: Balthasar.
alle
drei: Den Herrn der Welten suchen wir, geboren ist der Heiland hier,
der König, der den Frieden schenkt. Ein Stern hat unsern Weg
gelenkt.
Herodes
(zu sich): Was? Die Botschaft freut mich wenig. Ich bin König!
Ich bin König!
Keiner soll mir das verwehren!
(zu
den dreien): Gern will ich den Heiland ehren.
Dank, ihr
Herrn! Nun geht geschwind[5],
suchet weiter nach. dem Kind!
Wenn ihr's findet, sagt mir's
gleich!
(zu sich): Dann schlag' ich's tot auf einen Streich!
Kaspar: Finster waren seine Züge, voller Bosheit und voll Lüge.
Melchior: Nein, wenn wir das Kindlein finden, dürfen wir’s ihm nicht verkünden!
Balthasar: Fliehen wir den bösen Ort!
alle drei: Traurig ziehn wir weiter fort. (langsam gegen die Mitte, Hirten von rechts)
Kaspar: Wer mögen jene Leute sein? Eilig ziehn sie querfeldein[6].
Hirten:
Hirten sind wir, arme Leute, viel geplagt und ohne Freude.
Karg[7]
ist unser täglich Brot. Unser Schatz heißt Müh und
Not.
Melchior:
Arm seid ihr und unbekannt, alt und schlecht ist das Gewand.
Und
doch liegt es wie ein Licht hell auf eurem Angesicht[8].
Hirten:
Hell ist unser Angesicht, angezündet ist ein Licht,
das in
unsern Herzen brennt. Endlich hat die Nacht ein End’.
Balthasar: Was ist Großes euch geschehn?
Hirten:
Wir eilen, Gottes Sohn zu sehn.
In dieser Nacht, hört, was
geschah, stand jäh[9]
ein Engel vor uns da,
ein Engel, groß und ernst und schön.
Der sagte: Geht nach Bethlehem!
Gott ist als Kind herabgestiegen
- in einer Krippe seht ihr's liegen!
alle drei: Durch Sonnenglut, durch Sturm und Regen gingen wir dem Kind entgegen.
Kaspar: Wir gingen Tage, Nächte viel,
Melchior: doch nicht umsonst: Wir sind am Ziel!
Balthasar: Der Stern, dort steht er überm Stalle!
alle drei: Weihnacht ist es für uns alle.
(Wir zünden die Kerzen an und singen ein Weihnachtslied)
Josef Guggenmoos
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[1]
das Verlangen: ein starkes Bedürfnis, ein starker Wunsch -
Sehnsucht
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©Der Weg 2008
E-Mail: weg@derweg.org
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