Ich gebe zu. Ich genieße diese Zeit vor Weihnachten. Der Rummel[1] passt ganz gut zu Weihnachten, finde ich - ich meine zu dem Weihnachten damals vor 2000 Jahren.
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Als Jesus geboren wurde, jagte der römische Kaiser Augustus wegen seiner verrückten Volkszählung die Bevölkerung kreuz und quer durchs Land. Der Kaiser hatte die gleichen Probleme wie der Finanzminister heute: Er hatte zu viele Löcher in der Staatskasse. Es drehte sich schon damals alles ums Geld. Und da hört ja meistens die Gemütlichkeit auf.
Was mich an dem Weihnachtsklimbim[2] allerdings sehr stört, ist der süßliche[3] Kitsch[4] mit Engelein und dem Christkindchen[5].
Rummel und Ungerechtigkeit, Sorgen und Ärger gab's damals jede Menge, aber keine süßliche Stimmung.
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Gott wird als Mensch geboren, um uns aus unserem Schlamassel[6] zu retten. Die Eltern finden kaum ein Quartier. Die Geburt findet in einem ganz ärmlichen Stall statt. Das war eine Höhle in Fels geschlagen, weil es da erträglicher war für Mensch und Tier bei 40 Grad im Schatten.
Der Fresstrog muss als Wiege herhalten. Da gab es kein bisschen Idylle. Stress - ganz wie in unserem Leben. Jeder soll kapieren, dass Gott ihn in seiner Alltagswelt treffen will.
"Euch ist heute der Retter geboren". So heißt die Weihnachtsbotschaft. Nur wenn wir Jesus mit unseren Alltagsdingen in Beziehung setzen, erfahren wir, dass er rettet.
nach Arno Backhaus, Arnos Advents- und Why-nachtsbuch © Brendow-Verlag Moers
Der Artikel erschien in "Der Weg" 4/2005
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[1]
der Rummel: viel Betrieb
[2] der Klimbim: [3] süßlich: (hier) weichlich-gefühlvoll u. ins Kitschige abgleitend [4] der Kitsch: unrealistische Darstellung [5] das Christkind: eine Art Engel, von dem Kinder glauben, er bringe an Weihnachten die Geschenke [6] der Schlamassel: auswegslose Situation |
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