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Advent und Weihnachten **

Die Vier Kerzen am Adventskranz **

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen. Die erste Kerze seufzte[1] und sagte: Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht. Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

Engel mit Stern

Die zweite Kerze flackerte[2] und sagte: Ich heiße Glauben, aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne. Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die Kerze war aus.

Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort. Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen. Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in den Raum. Es schaute die Kerzen an und sagte: Aber, aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!

Und fast fing es an zu weinen. Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: Hab nur keine Angst! So lange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung.

Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und zündete die anderen Lichter wieder an.

[1] seufzen: so ausatmen, dass ein Geräusch entsteht
[2] flackern: etwas brennt so, dass sich die Flamme sehr unruhig bewegt

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Lied: 'Hört der Engel helle Lieder'

Ein Stall muss reichen

Als die Menschheit vor ihrem Ende stand,
niemand den Weg mehr im Dunkeln fand,
da hat Gott selbst sich aufgemacht,
um sie zu befreien aus finsterster Nacht.
Doch die Menschen hatten keinen Platz
für Gottes wunderbaren Schatz.
Sie ließen sich durch nichts erweichen,
ein Stall musst' zur Geburt Ihm reichen.
Geduldig und ganz ohne klagen
hat Gottes Liebe das ertragen,
denn sie ist unendlich und groß
und absolut bedingungslos,
nimmt Leid und Schmerzen mit in Kauf,
hört selbst im Tode noch nicht auf.
So siegt die Liebe in Geduld
über aller Menschen Schuld;
und klopft sie heute bei uns an,
wird ihr die Tür dann aufgetan?
Lassen wir Gott bei uns ein,
ihn, der kam, uns zu befrei'n?
Oder ist in diesem Fall
auch nur Platz in unserm Stall?

Aus: Arno Backhaus, Arnos Advents- und Why-nachtsbuch

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