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Fürstenschloss Vaduz aus dem 12.Jh. |
Ein vielfältiges Land
Liechtenstein liegt im Rheintal mitten in den Alpen. Die Berge prägen daher auch die wunderschöne Landschaft. Der tiefste Punkt liegt 433 Meter und der höchste, das Gipfelkreuz des Grauspitz, 2599 Meter hoch. Mehr als die Hälfte des liechtensteinischen Hoheitsgebietes macht das Alpengebiet aus, das zum Teil mit Straßen erschlossen[2] ist und sich durch eine reiche Tier- und Pflanzenwelt auszeichnet[3]. Planken, Schellenberg und Triesenberg, wo man einen Walser[4] Dialekt spricht, sind die drei liechtensteinischen Berggemeinden.
Heute flüchten viele Vaduzer Bürger in der warmen Jahreszeit in ihre kühlen Chalets[5] hoch oben in den Bergen. Im Hochgebirge kann man im Winter gut Ski fahren, im Sommer und Herbst steigen hier Bergsteiger und Wanderer auf luftigen[6] Pfaden aus dem Talnebel auf sonnige Gipfel[7]. Mit einer Sesselbahn kann man in zehn Minuten von der Talsohle auf 2000 Meter Höhe fahren. Von dort wandert man vier bis fünf Stunden ins Tal. Auf Höhenwegen kann man aber auch von Österreich nach Liechtenstein und weiter in die Schweiz wandern.
Die restlichen acht Gemeinden verteilen sich auf die Talebene, die von der Bergkette und dem Rhein abgegrenzt wird. Die Besiedlung dieser Talregion war nur durch die Zähmung[8] des Rheins möglich, der früher einmal fast den ganzen Talraum für sich beanspruchte und heute die natürliche Grenze zur Schweiz bildet. Mit der Errichtung von hohen Schutzdämmen wurde dieser ehemals wilde Fluss in die Schranken gewiesen. Zudem konnte mit der Entwässerung der zuvor versumpften[9] Talebene fruchtbares Ackerland gewonnen werden.
Enge Verbundenheit mit der Schweiz und Österreich
Im Tal ist das Klima mild. Hier wohnen viele der etwa 33.000 mehrheitlich römisch-katholischen Einwohner. Rund 34% davon sind Ausländer, hauptsächlich Schweizer, Österreicher und Deutsche. Vor hundert Jahren waren es erst 8.000 Einwohner, aber im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg, parallel zum wirtschaftlichen Aufschwung, setzte auch ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Die florierende[10] Wirtschaft bot zahlreichen Ausländern im Fürstentum eine Beschäftigung. Heute versucht man aus Angst vor Überfremdung den Zuzug von Ausländern zu bremsen.
In Liechtenstein wird Deutsch gesprochen. Während in den Schulen Hochdeutsch unterrichtet wird, spricht die Bevölkerung einen alemannischen[11] Dialekt. Das Schulsystem ist gut ausgebaut, aber für die Hochschulausbildung und berufliche Weiterbildung müssen viele in die Schweiz oder nach Österreich gehen.
Wichtigster
Partner Liechtensteins ist die benachbarte Schweiz. Triesenberg
Seit Inkrafttreten des Zollvertrages mit dem Nachbarn an der
Westgrenze im Jahre 1924 bildet das Fürstentum mit der Schweiz
einen gemeinsamen Wirtschaftsraum: Die Grenzen zwischen den beiden
Staaten sind offen. Die Grenzen zu Österreich, zu dem auch sehr
enge Beziehungen bestehen, werden vom Schweizer Zoll bewacht. In
Liechtenstein wird die Schweizer Franken-Währung verwendet.
Liechtenstein ist Mitglied des Europarates (seit 1978), der UNO (seit
1990) und der OSZE[12]
(seit 1994).

Wer gerne kulinarische[13] Spezialitäten genießt, sollte in Liechtenstein die Käsknöpfli[14], Schwartenmagen[15], Kutteln[16] in Weinsoße sowie Älplerrösti probieren, ein Kartoffelgericht mit Speck, Käse und Zwiebeln. Dazu trinkt man gerne Liechtensteiner Weine.
Vaduz und die fürstliche Familie
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Das
Liechtensteinische Fürstenhaus zählt zu den ältesten
österreichischen Adelsfamilien. Um das Jahr 1136 wird mit Hugo
von Liechtenstein erstmals ein Träger dieses Namens urkundlich
erwähnt.
Liechtensteinische Trachten
Die Burg Liechtenstein südlich von Wien gab der
Familie ihren Namen. Im 16. Jahrhundert wandte sich die Familie dem
neuen lutherischen Glauben zu und trat besonders als Förderer
der Wiedertäuferbewegung[18]
in Erscheinung. Um die Wende des 16. und 17. Jahrhunderts waren es
die Söhne Hartmanns v. Liechtenstein, die eine neue Periode der
Familiengeschichte einläuteten. Sie konvertierten[19]
zum römisch-katholischen Glauben.
Einer von ihnen, Karl, erhielt
1606 den großen Pfalzgrafenbrief und 1608 die erbliche
Fürstenwürde verliehen. Seit der Zeit der übertragenen
Fürstenwürde war es das Bestreben des Hauses Liechtenstein
ein bestimmtes Gebiet zu erwerben, das als Sitz der Familie dienen
sollte. Es dauerte allerdings fast 100 Jahre, bis es soweit war. Im
Jahre 1699 kaufte Johann Adam Andreas v. Liechtenstein (1657-1712)
die Herrschaft Schellenberg und 1712 die Grafschaft Vaduz. Diese
Gebiete wurden am 23. Januar 1719 zum Reichsfürstentum
Liechtenstein erhoben. Durch die Mitgliedschaft im Rheinbund (1806
durch Napoleon) wurde Liechtenstein ein souveräner Staat.

Schönes bewahren
Der knappe Boden ist ein typisches Merkmal des Kleinstaates Liechtenstein. Dies stellt vor allem die Landwirtschaft vor Probleme. Die Ausweitung der Bauzonen und der Ausbau des Verkehrsnetzes haben den landwirtschaftlichen Boden schwinden lassen. Während im Talraum Wirtschaftsaufschwung und Bevölkerungswachstum deutliche Spuren hinterlassen haben, ist die Bergregion im Wesentlichen von Eingriffen in die Natur verschont geblieben. Heute werden vielfältige Anstrengungen unternommen, um die Natur, dort wo sie noch unberührt ist, zu schützen. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte und das Wissen um den nur beschränkt vorhandenen Boden haben zu einem sensiblen[20] Umweltbewusstsein der Liechtensteiner geführt. Sie wollen ihr Land bewahren, so dass man auch weiterhin seine Schönheit bewundern kann.
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[1]
souverän:
(hier) von keinem anderen Staat regiert oder verwaltet -
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