Die österreichische Literatur ist auf Grund der gemeinsamen
Sprache aufs engste mit der deutschen Literatur verbunden. Ihr
Hauptrepräsentant im 19. Jahrhundert war Franz Grillparzer.
Mit seiner Novelle "Der arme Spielmann" schuf er eine
Dichtung, die die österreichische Geistesart am vollendetsten
zum Ausdruck bringt. Volksdichter waren Ferdinand Raimund und
Johann Nestroy. Ein Meister der Prosa war auch Adalbert Stifter,
der Meister des Biedermeier.
Um die Jahrhundertwende wurde Wien zum literarischen Zentrum.
Bekannt wurde vor allem Hugo von Hofmannsthal als Lyriker und
Dramatiker, Essayist und Erzähler, sowie Arthur Schnitzler
und Stefan Zweig.
Bedeutende Lyriker waren auch Georg Trakl und Rainer Maria Rilke.
Hermann Broch und vor allem Robert Musil erlangten als Vertreter
des modernen Romans im 20. Jahrhundert Weltgeltung. Zu den bekanntesten
zeitgenössischen Schriftstellern zählen u. a. Ilse Aichinger,
Ingeborg Bachmann (1973 gestorben), Peter Handke, H. C. Artmann
und Thomas Bernhard (1989 gestorben).
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Er ist der bekannteste österreichische Maler und Grafiker
der Gegenwart. 1928 geboren, fand seine dekorative Malerei seit
den 70er Jahren außergewöhnliche, weltweite Verbreitung.
Er malt leuchtende Spiralen, traumhaft anmutende Städte,
mundförmige Boote, spitzzähnige Zäune, kugelförmige
Bäume und Blumen, "beseelte" Fenster und Häuser.
Auffallend sind vor allem seine Farben. Sein Pinsel zaubert phantastische
bunte Welten, die das Auge betören, aber nie störend
oder schrill wirken.
Als "Architekturdoktor" verwandelt er triste Zweckbauten
und Fassaden in "beseelte" Gebäude. Besonders bekannt
ist der nach ihm benannte Wohnkomplex in der Wiener Innenstadt,
dem "Hundertwasserhaus".
In Österreich besteht die neunjährige Schulpflicht.
Auf die vierjährige Volksschule (6.-10. Lebensjahr) bauen
die Hauptschule und die Unterstufe der allgemeinbildenden höheren
Schulen auf. Ein einjähriger "Polytechnischer Lehrgang"
bereitet jene 14jährigen, die keine weiterführenden
Schule besuchen, auf den Übertritt ins Berufsleben vor. Für
Lehrlinge ist der Besuch der Berufsschule verpflichtend.
Die obere Sekundarstufe (14. - 18/18. Lebensjahr) umfaßt
neben allgemeinbildenden höheren Schulen (Gymnasium, Realgymnasien,
Wirtschaftskundliches Realgymnasium) ein differenziertes System
berufsbildender mittlerer und höherer Schulden. Die Abschlußprüfung
an einer allgemeinbildenden oder berufsbildenden höheren
Schule (die "Matura") berechtigt zum Universitäts-
bzw. Hochschulstudium.
Das österreichische Schulwesen ist bundeseinheitlich geregelt.
Der Besuch öffentlicher Schulen ist unentgeltlich wie die
Bereitstellung der Schulbücher. Dasselbe gilt für die
Schülerversicherung und die Fahrten von und zur Schule.
Obwohl die Österreicher Deutsch sprechen, wenn auch mit österreichischem Dialekt, gibt es eine Reihe von Wörtern, die in dieser Form nicht im Hochdeutschen vorkommen. Hier nur einige Beispiele:
"Servus" vertraut-familiärer Gruß
Erdapfel Kartoffel
Paradeiser Tomate
Schlagobers Schlagsahne
acheln essen
aufgramst übermütig
Futzerl sehr kleines Teilchen
Gaas Ziege
Jänner Januar
Kasten Schrank
Spital Krankenhaus
heuer in diesem Jahr
Österreich ist bekannt für seine gute Küche. Bekannt sind die berühmten Wiener Schnitzel oder das "Backhendel" (Backhuhn). Besonders beliebt sind auch süße Speisen wie Kaiserschmarrn (in kleine Stückchen zerteilter Pfannkuchen) und die bekannten süßen Spezialitäten wie Sachertorte und Mozartkugeln. Hier nun ein Rezept einer anderen österreichischen Spezialität, den Wiener Apfelstrudel. Vielleicht haben Sie ja einmal Lust, ihn nachzubacken.
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Teig: 250 g Mehl, 1 Prise Salz, 1 Ei, 1/8 l Wasser, 1 EL
zerlassene Butter, 1/8 l Sahne
Füllung: 50 g Rosinen, 1 EL rum, 1 kg säuerliche
Äpfel, Saft einer Zitrone, 100 g Zucker, 50 g geriebene Haselnüsse,
1/8 l Sauerrahm, 1 Prise Zimt
Zum Besteichen: 80 g zerlassene Butter, 1/8 l Sahne.
Aus Mehl, Salz, Ei und 1/8 l temperiertem Wasser einen Teig kneten,
zu zwei Kugeln formen, mit Butter bestreichen. In gewärmter
Schüssel 1 Std. ruhen lassen. Die mit Rum getränkten
Rosinen, in dünne Scheiben geschnittene mit Zitronensaft
beträufelte Äpfel, Zucker, Nüsse, Sauerrahm und
Zimt verrühren. Beide Teigkugeln auf einem großen bemehlten
Tuch dünn ausrollen, mit Sahne bestreichen, die Füllung
darauf verteilen und aufrollen. Den Strudel auf das gefettete
Backblech heben, mit Butter bestreichen, mit Sahne begießen
und im auf 200 C vorgeheizten Ofen ca. 1 Stunde backen. Mit Puderzucker
bestreut servieren. Guten Appetit!
Österreich ist ein föderativer Bundesstaat. Die Staatsgewalt
ist nach dem demokratischen Prinzip in folgende voneinander unabhängige
Funktionen aufgeteilt: die Legislative (Gesetzgebung), die Exekutive
und die Gerichtsbarkeit (Jurisdiktion).
Das Parlament besteht aus zwei Kammern: dem Nationalrat und dem
Bundesrat (Länderkammer). Im Bundesrat sind die Abgeordneten
der neun österreichischen Bundesländer vertreten. Das
österreichische Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident.
Der Regierungschef ist der Bundeskanzler. Die Chefs der einzelnen
Landesregierungen haben den Titel "Landeshauptmann".
Die Landesparlamente heißen Landtage.
Die Hauptstadt der Republik Österreich ist Wien. Die österreichische
Nationalflagge trägt die Farbe Rot-Weiß-Rot.
Die etwa 8 Millionen Einwohner Österreichs sind zu rund 98
% deutschsprachig. Im südöstlichen Tel des Landes sowie
z. T. in Wien leben als sprachliche Minderheiten Kroaten, Slowenen,
Ungarn und Tschechen.
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