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Über den "Weg"
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Am 4.Januar 1785 wurde Jacob Grimm in Hanau geboren, sein Bruder Wilhelm am 24.Februar 1786. So unzertrennlich wie ihre Namen heute noch sind, lebten die Brüder ihr ganzes Leben lang. Nach dem frühen Tod des Vaters wuchsen sie in sehr bescheidenen Verhältnissen auf.
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1840 wurden die Brüder von König Friedrich Wilhelm IV. an die Akademie nach Berlin berufen. In Berlin begannen die Brüder ihr gemeinsames Lebenswerk, die Erarbeitung eines „Deutschen Wörterbuchs“, das den Wortschatz der deutschen Sprache aus 400 Jahren in alphabetischer Reihenfolge erfassen und für jedermann verständlich erklären sollte.
Die Brüder Grimm hatten das Wörterbuch zunächst auf 4-6 Bände geplant und glaubten, diese Arbeit in vier Jahren bewältigen zu können. Seine Vollendung dauerte jedoch 100 Jahre, denn erst 1961 kam es zu einem vorläufigen Abschluss. Aus den geplanten 4-6 Bänden wurden 33 Bände. Es ist bis heute das umfangreichste und wissenschaftlich bedeutendste Wörterbuch der deutschen Sprache.
Jacob Grimms Leben war äußerlich bewegter als das seines Bruders. Er arbeitete als Sekretär in öffentlichen Aufgaben, doch ließen ihm seine Amtsgeschäfte genügend Zeit für wissenschaftliche Studien. So arbeitete er nebenbei intensiv an seiner „Deutschen Grammatik“, mit der er die deutsche Philologie begründete.
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Hans hatte sieben Jahre bei seinem Herrn gedient, da sagte er eines Tages zu ihm: „Herr, meine Zeit ist um, gebt mir meinen Lohn, ich möchte nach Hause zu meiner Mutter zurückkehren.“ Der Herr antwortete: „Du hast treu und fleißig gearbeitet. Wie deine Arbeit war, so soll dein Lohn sein.“ Und er gab Hans ein großes Goldstück.
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Da kam ein Bauer daher, der eine Kuh vor sich her trieb. Der Bauer half Hans wieder auf die Beine, Hans bedankte sich und sagte: „Das Reiten macht keinen Spaß, da finde ich Eure Kuh besser, die so schön langsam läuft. Und von einer Kuh hat man hat man jeden Tag Milch, Butter und Käse.“
„Nun“, sprach der Bauer, „wenn du so großen Gefallen an meiner Kuh hast, so will ich sie dir gern für dein Pferd geben.“ Hans sagte froh ja. Wenn ich ein Stück Brot habe, so kann ich nun immer Butter und Käse dazu essen, hab ich Durst, so melke ich meine Kuh und trinke Milch. Herz, was willst du mehr, dachte Hans und zog mit der Kuh davon. Gegen Mittag brannte die Sonne immer heißer, und Hans wurde sehr durstig. Also band er seine Kuh an einen Baum und bemühte sich, die Kuh zu melken. Da er keinen Eimer hatte, legte er seine Ledermütze unter. Aber so sehr er sich auch bemühte, es kam kein Tropfen Milch. Und weil er so ungeschickt war, gab ihm die Kuh mit einem der Hinterfüße einen solchen Schlag vor den Kopf, dass er zu Boden stürzte und vor Schmerz fast wie betäubt[1] war.
Glücklicherweise kam gerade ein Metzger vorbei, der auf einem Karren ein junges Schwein transportierte. „Ach“, sagte Hans, „wer so ein Schwein hat, dem geht`s wirklich gut. Wenn man es schlachtet, bekommt man saftigen Braten und viel gute Wurst.“ „Einverstanden“, sagte der Metzger. „Dir zuliebe will ich mein Schwein gegen deine Kuh tauschen.“
Hans zog ganz glücklich weiter, weil alles nach seinen Wünschen ging. Bald begegnete er einem Jungen, der eine große, schöne Gans unterm Arm trug. Sie machten gemeinsam Rast, und Hans erzählte, wie er immer so vorteilhaft getauscht hatte. Aber der Junge schüttelte bedenklich[2] den Kopf. „Mit deinem Schwein ist wohl etwas nicht ganz richtig“, sagte er mit ernster Stimme.
„Im Dorf ist dem Bürgermeister ein Schwein aus dem Stall gestohlen worden. Ich fürchte, du hast dieses Schwein eingetauscht. Die Dorfleute suchen schon nach dem Dieb, und es wäre schrecklich für dich, wenn sie dich mit dem Schwein erwischten[3].“ Da erschrak Hans sehr. „Hilf mir doch, nimm das Schwein und gib mir die Gans“, bettelte er. Der Junge willigte ein und ging rasch davon. Hans freute sich und dachte: wie wird meine Mutter staunen, wenn sie die prächtige[4] Gans sieht!
Als er in das nächste Dorf kam, stand da ein Scherenschleifer[5] mit seinem Karren[6], der fragte Hans: „Wo hast du die schöne Gans gekauft?“ Hans antwortete: „Die habe ich nicht gekauft, sondern für ein Schwein eingetauscht.“ „Und das Schwein?“ „Das habe ich für eine Kuh bekommen.“ „Und die Kuh?“ „ Die habe ich für ein Pferd gekriegt.“ „Und das Pferd?“ „Dafür habe ich eine großen Klumpen Gold gegeben.“ „Und das Gold?“ „Das war mein Lohn für sieben Jahre Arbeit.“
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„Wenn du deine Taschen immer voll Geld haben willst, so musst du dir einen Schleifstein kaufen und ein Schleifer werden. Da habe ich einen Wetzstein[7] für dich, der ist zwar ein wenig schadhaft, aber ich will auch nicht mehr dafür als deine Gans.“ Hans dachte nach: Habe ich immer Geld in der Tasche, so bin ich der glücklichste Mensch in der Welt. Er gab dem Schleifer die Gans und nahm den Wetzstein.
Weil Hans seit dem frühen Morgen auf den Beinen war und große Strecke hinter sich hatte, wurde er müde. Er setzte sich an den Rand eines Brunnens, um auszuruhen und zu trinken. Den Wetzstein legte er neben sich auf den Brunnenrand. Er beugte sich ein wenig hinab, um zu trinken. Da fiel der Wetzstein plötzlich in den Brunnen. Hans sprang vor Freude auf. Er war so froh, dass er den schweren Stein nicht mehr schleppen musste. „Jetzt bin ich der glücklichste Mensch in der Welt, befreit von aller Last“, rief er erleichtert. Mit frohem Herzen lief er ganz schnell weiter, erreichte bald sein Heimatdorf und fiel seiner Mutter in die Arme.
Nach den Brüdern GrimmDer Artikel erschien in "Der Weg" 3/2006
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[1]
betäubt sein: (hier) eine begrenzte Zeit bewusstlos sein
[2] bedenklich: (hier) voller Bedenken ? skeptisch, nachdenklich, besorgt [3] erwischen: (hier) jemanden, der etwas Verbotenes getan hat, fangen (und festnehmen) [4] prächtig: prachtvoll, sehr schön [5] der Scherenschleifer: ein Mann, der Scheren und Messer scharf macht [6] der Karren / die Karre: ein einfaches, kleines, ein- bis vierrädriges Fahrzeug [7] wetzen: ein Messer o.Ä. an einem harten Gegenstand reiben, damit es scharf wird und besser schneidet |
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