Es sitzt ein Vogel auf dem Leim[1],
Er flattert sehr und kann nicht heim.
Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
Die Krallen scharf, die Augen gluh[2].
Am Baum hinauf und immer höher
Kommt er dem armen Vogel näher.
Der Vogel denkt: Wie das so ist
Und weil mich doch der Kater frisst,
So will ich keine Zeit verlieren,
Will noch ein wenig quinquilieren[3]
Und lustig pfeifen wie zuvor.
Der Vogel, scheint mir, hat Humor.
Wilhelm Busch (1832 – 1908)
Der Artikel erschien in "Der Weg" 2/2004
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[1]
der Leim: ein Klebstoff, mit dem man besonders Holz und Papier klebt. Früher jagte man Vögel mit Leimruten um sie zu fangen.
[2] gluh: (glühen) [3] lautmalerisches Vogelgezwitscher |
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