Natur und Umwelt in Gefahr

Überall in der Welt schreitet die Industrialisierung mit Riesenschritten voran. Wälder, Wiesen und Ackerland müssen für den Bau neuer Fabriken, Kraftwerke, Verkehrswege und Wohnsiedlungen Platz machen. Die Naturlandschaften werden dadurch nicht nur beträchtlich eingeengt, sie sind sogar zunehmend in ihrer Existenz bedroht. Flüsse und Seen werden durch Chemikalien vergiftet. Industrieabgase, die die Luftverschmutzung hervorrufen, schädigen das Wachstum von Bäumen und Pflanzen. Der Lebensraum der Tiere, insbesondere der Vögel, wird immer kleiner, ja, viele Pflanzen und kleine Tiere, die an den Ufern von Flüssen und Gewässern leben, sind sogar vom Aussterben bedroht.

In den letzten Jahrzehnten protestieren Menschen in vielen europäischen Ländern – so auch in Deutschland – gegen eine gezielte Umweltzerstörung. Sie warnen vor einer Katastrophe, die die nächste Generation treffen wird. In den deutschen Wäldern sind viele Arten von Nadelbäumen aber auch Laubbäume, besonders Buchen und Eichen krank. Nicht nur die regenarmen, heißen Sommer der letzten Jahre, sondern auch der „saure Regen“, der durch die Luftverschmutzung verursacht wird, haben in vielen Gegenden zu einem regelrechten „Waldsterben“ geführt.

Aber es gibt auch viele verantwortungsbewusste Menschen, die nicht tatenlos zusehen, sondern die Öffentlichkeit und die staatlichen Stellen aufrütteln und auf die Gefahren hinweisen. Bereits 1975 wurde in Deutschland der „Bund für Umwelt und Naturschutz“ gegründet, in dem sich viele Menschen für den Erhalt von Natur und Umwelt engagieren. Sie wenden sich gegen Monokulturen in der Landwirtschaft und gegen übermäßigen Einsatz von chemischen Düngemitteln. Sie setzen sich ein für den Erhalt des natürlichen Lebensraumes von Tieren und Pflanzen, von Mooren, Flussauen, grünen Großstadtoasen. Im Jahre 1978 starteten sie die vielbeachtete Kampagne „Rettet die Vögel“. Mit der Veröffentlichung einer „Roten Liste“ machen die Naturschützer auf Tiere und Pflanzen aufmerksam, die vom Aussterben bedroht sind. Auf ihre Initiative hin wird jedes Jahr ein „Vogel des Jahres“, eine „Pflanze des Jahres“ und ein „Baum des Jahres“ ausgewählt.

Der Vogel des Jahres 2007 ist der Turmfalke. Die Pflanze des Jahres 2007 ist die Bach-Nelkenwurz, die auf Feuchtwiesen wächst, und der Baum des Jahres 2007 ist die Waldkiefer. Der Anteil der Kiefern in den deutschen Wäldern beträgt 23%. Sie ist die zweithäufigste Baumart in Deutschland. Die Waldkiefer ist sehr anpassungsfähig. Kaum ein anderer Baum kommt mit so wenig Wasser und wenig Erde aus. Trotz des Klimawandels und der ungünstigen Umweltbedingungen hat die Kiefer in den deutschen Wäldern eine große Überlebenschance, da sie so wenige Ansprüche an die Umgebung stellt. Vielleicht wurde sie auch deshalb zum Baum des Jahres gewählt, um den Menschen klar zu machen: Es ist gar nicht so schwer, die bedrohte Natur zu bewahren!

Natur ist den Menschen anvertraute Schöpfung Gottes. Wir dürfen sie nützen und uns an der Schönheit der Natur freuen. Aber wenn wir sie zerstören, schaden wir uns selbst. Wir brauchen auch für unseren „inneren Menschen“ eine intakte Natur. Bei Wanderungen durch Wiesen und Wälder, bei Bergtouren, wenn wir auf das Rauschen des Meeres hören oder das ruhige Fließen eines Flusses beobachten, fällt der Stress des Alltags von uns ab , und wir kommen zur Ruhe. Und dann empfindet unsere Seele Dankbarkeit zu Gott unserem Schöpfer, der alles so herrlich für uns Menschen gemacht hat.

„HERR, unser Herrscher! Groß ist dein Ruhm auf der ganzen Erde!Ich bestaune den Himmel, das Werk deiner Hände, den Mond und alle die Sterne, die du geschaffen hast: Wie klein ist da der Mensch, wie gering und unbedeutend! Und doch gibst du dich mit ihm ab und kümmerst dich um ihn. Du hast ihn zum Herrscher gemacht über deine Geschöpfe, alles hast du ihm unterstellt.“ (aus Psalm 8)

„HERR, was für Wunder hast du vollbracht! Alles hast du weise geordnet; die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
Du lässt das Gras sprießen für das Vieh und lässt die Pflanzen wachsen, die der Mensch für sich anbaut, damit die Erde ihm Nahrung gibt.
Preist alle den HERRN – Halleluja!“
(aus Psalm 104)

Der Artikel erschien in „Der Weg“ 3/2007


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