Schlechte Zeiten für Raucher ***

Im Jahr 2008 wurde in Deutschland in allen 16 Bundesländern in Verkehrsmitteln, Gaststätten und in allen öffentlichen Gebäuden das Rauchen verboten. So hat auch die Deutsche Bahn das Rauchen in den Zügen und in den Bahnhofsgebäuden untersagt. Begründet wurde diese Neuregelung damit, dass viele nicht rauchende Reisende sich über „qualmende“ Zeitgenossen beschwert haben. Raucher gefährden nun nicht mehr die Gesundheit der passiv mitrauchenden Nichtraucher, und auch das Problem der überall herumliegenden Zigarettenkippen ist durch die neue Regelung gelöst. Bahnhöfe und Bahnsteige sind seit der Einführung des Rauchverbots viel sauberer als vorher.

Auch in den deutschen Universitäten wurde ein allgemeines Rauchverbot eingeführt, deshalb hassen viele Studenten jetzt den Winter. Die Raucher können nur noch im Freien ihrem Laster[1] frönen[2], und das wird bei frostigen Temperaturen hart, das bedeutet kalte Füße! Der alte Spruch, dass frische Luft gesund ist, hilft da auch nicht immer. Auch die Mensa und die Cafeteria sind in das Rauchverbot eingeschlossen. Die Befürworter des Rauchverbots stützen sich auf Untersuchungen internationaler Ärzteteams, wonach Nichtraucher, die den Qualm von Zigaretten einatmen müssen, einem weitaus höheren gesundheitlichen Risiko ausgesetzt sind als die Raucher selbst. Seit einigen Jahren sind alle Zigarettenschachteln mit einer aufgedruckten Warnung versehen, wo z. B. zu lesen ist: Rauchen kann tödlich sein! Und es ist angegeben, wie viel mg Teer, Nikotin und Kohlenmonoxyd eine Zigarette enthält. Trotz dieser Warnungen ist der Tabakkonsum leider nur geringfügig zurückgegangen.

Deutsche Teenager rauchen wie die Weltmeister!

Mehr als 50% der deutschen Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren gehören zu den besten Kunden der Zigarettenindustrie. Durch Rauchen fühlen sie sich erwachsen. Wer nicht mitraucht, gehört nicht mehr zur Gruppe. So besteht häufig ein regelrechter „Cliquendruck“. Leider wird durch Kinofilme und Fernsehen oft der Eindruck vermittelt, Rauchen gehöre zum Erwachsensein dazu. In Schulen und auf Schulhöfen besteht zwar landesweit ein generelles Rauchverbot, aber die Mediziner sind sich darüber einig, dass durch Verbote kaum etwas zu erreichen ist. Sie fordern stattdessen dazu auf, dass Eltern, Lehrer, Kinder und Jugendliche, ja, die gesamte Gesellschaft gezielt über die langfristigen gesundheitlichen Schäden des Rauchens aufgeklärt werden sollten.

Der Artikel erschien in „Der Weg“ 1/2009

[1] eine Verhaltensweise oder eine Gewohnheit, die man als schlecht oder unangenehm empfindet – Fehler, Makel
[2] die angenehmen Seiten einer Leidenschaft, eines Lasters genießen


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