Rund um den Mittelrhein

Der Mittelrhein teilt das Rheinische Schiefergebirge in die links des Flusses liegenden Bergzüge von Eifel und Hunsrück und in den rechtsrheinischen Westerwald.

Die Eifel

Zwischen der Kölner Bucht im Norden, dem Rhein im Osten, der Mosel im Süden und der belgischen Grenze im Westen erstreckt sich die Eifel mit ihren flachen, hochgelegenen Bergrücken. Die Flüsse haben insbesondere zum Rhein und zur Mosel hin tief eingeschnittene Täler geformt. In den rauen und regenreichen Höhenlagen dominiert die Forst- und Milchwirtschaft. In jüngster Zeit hat sich hier auch der Rapsanbau ausgedehnt, der im Frühsommer große Flächen der Eifel in ein gelbes Blütenmeer taucht. Industrie ist nur punktuell vorhanden. Der Fremdenverkehr findet zunehmend wirtschaftliche Bedeutung. Große Attraktionen sind der Nürburgring[1], der Weinbau an der Ahr und Erholungsgebiete, wie etwa der Rur-Stausee oder das Wildfreigehege Hellental, und die vielen Burgen, wie etwa Nideggen oder die Wasserburg Satzvey, Schlösser wie Bürresheim, kleine Burgstädte wie Reifferscheid oder Kronenburg und nicht zuletzt die historischen Ortskerne von Altenahr, Monschau, Münstereifel oder Monreal.

Maria Laach – ein Kloster in der Abgeschiedenheit[2]

Die undurchdringlichen Waldgebiete des Rheinischen Schiefergebirges wurden erst im Laufe des Mittelalters besiedelt. Abseits der fruchtbaren Täler, die nach und nach besiedelt wurden, boten sich die Abgeschiedenheit von Eifel, Hunsrück und Westerwald als Klosterstandorte geradezu an. Viele der herrlichen, teilweise stilrein erhaltenen Abteien sind zu beliebten Ausflugszielen von Touristen geworden.

Eines der hervorragenden Zeugnisse der rheinischen Kirchenbaukunst ist die Abtei Maria Laach am gleichnamigen Vulkansee in der Eifel. Mit dem Bau der romanischen Basilika der Abtei wurde 1093 begonnen. Sie verkörpert den Wendepunkt in der Geschichte des mittelalterlichen Kirchenbaus. Die um 1230 vollendete sechstürmige Klosterkirche ist in ihrer harmonischen baulichen Geschlossenheit von besonderer Schönheit.

Die Mosel

Die Mosel, mit einer Länge von 545 Kilometern einer der großen linken Nebenflüsse des Rheins, entspringt in den Vogesen[3], durchfließt Metz und bildet teilweise die deutsch-luxemburgische Grenze. Ab Trier bis zur Mündung in Koblenz durchfließt sie in zahlreichen Windungen ein tief eingeschnittenes Tal, das zu den bedeutendsten deutschen Weinbaugebieten zählt.

Das klimatisch begünstigte Moseltal wussten schon die Kelten zu schätzen. Die Römer brachten den Weinbau an die Mosel. So entstand dort eine wichtige Handelsstraße. Ortsnamen wie Piesport, Trittenheim oder Klüsserath sind bei deutschen Weinkennern außerordentlich beliebt. Städte wie Bernkastel-Kues, der Geburtsort des mittelalterlichen Gelehrten und Klerikers Nicolaus Cusanus, Traben-Trarbach, Zell oder Cochem zeugen mit ihren historischen Bauwerken von der kulturellen Ausstrahlung dieser reizvollen Landschaft entlang der Mosel mit ihren vielen Burgen und Schlössern hoch über dem Fluss. Manche Burgen können besichtigt werden. Auf keinen Fall versäumen sollte man Burg Eltz im Tal der Elz, aber auch Burg Thurandt bei Alken, die Burgen bei Kobern-Gondorf, Burg Cochem und Burg Landshut über Bernkastel. Auch das Residenzschloss der Kurfürsten von Trier in Zell ist einen Besuch wert. Die Mosel war auch immer ein kultureller Mittler zwischen den Rheinbewohnern und ihren westlichen Nachbarn. Zuletzt trug die Mosel viel zur deutsch-französischen Verständigung in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bei. Im Deutsch-Französisch-Luxemburgischen Vertrag von 1956 wurde die Schiffbarmachung[4] des Flusses für große Binnenschiffe geregelt. Somit wurde eine verbesserte Verkehrsanbindung[5] der lothringischen und luxemburgischen Schwerindustriezonen ermöglicht. 14 Staustufen regeln heute die Mosel, die dem Fluss oft seeartigen Charakter verleihen.

Der Artikel erschien in „Der Weg“ 3/2009

 

[1] Rennstrecke
[2] abseits von bewohnten Gebieten
[3] Gebirge in Nordfrankreich
[4] die Möglichkeit, einen Fluss zu befahren
[5] Anschluss


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