Köln – Metropole am Rhein

Selbst aus weiterer Entfernung kann man das Wahrzeichen Kölns sehen, und jedem Kölner schlägt das Herz hoch, wenn er den Kölner Dom mit seinen beiden 157 Meter hohen Türmen erblickt. Dabei hat die Kölner Geschichte nicht mit dem Dom, sondern mit den Römern angefangen. Köln ist nicht nur mit seinen 1 Mill. Einwohnern die viertgrößte deutsche Stadt und die größte im Bundesland Nordrhein-Westfalen, sondern auch eine der ältesten Städte Deutschlands.

Eine alte Römerstadt

Nachdem Julius Cäsar die Grenzen des Römischen Reiches bis nach Köln vorgeschoben hatte, heiratete im Jahre 48 n. Chr. Kaiser Claudius die Tochter des Feldherrn Germanicus, Julia Agrippina, die in Köln geboren wurde und hier aufwuchs. Im Jahre 50 n. Chr. schenkte sie ihrem Geburtsort das römische Stadtrecht. Mit diesem Staatsakt leitete Agrippina eine fast 400 Jahre dauernde erste Blütezeit für den nordöstlichen Eckpfeiler des Reiches ein, deren Spuren man im heutigen Köln auf Schritt und Tritt begegnen kann. Große Teile der Stadtmauer kann man heute noch besichtigen. Ein 80 km langer Aquädukt brachte Quellwasser aus der Eifel nach Köln. Ein unterirdisches Kanalsystem sorgte für eine beinahe neuzeitlich zu nennende Stadtentwässerung. Und ganz nahe am Dom kann man heute noch über ein Stück der alten römischen Hafenstraße gehen. Die Römer schlossen Köln an das Fernstraßennetz des Reiches an, und die bekannteste Einkaufsstraße Kölns, die Hohe Straße, hat bis heute ihren Verlauf nicht geändert.

Der Dom – Herz und Mitte der Stadt

Schon um 800 erhob Kaiser Karl der Große das Kölner Bistum zum Erzbistum. Köln ist die einzige Stadt der Welt, die in ihrem Altstadtbereich noch zwölf große bedeutende romanische Kirchen erhalten hat. Leider wurden die meisten dieser Kirchen im 2. Weltkrieg zerstört, aber durch den Einsatz der Kölner und mit Hilfe vieler großzügiger Spenden konnten sie wieder aufgebaut werden.

Im Jahre 1248 wurde der Grundstein für den Kölner Dom gelegt, der aber erst im Jahre 1880 nach den exakt gotischen Vorlagen aus dem 13. Jahrhundert fertiggestellt wurde und heute nicht nur Wahrzeichen, sondern Herz und Mitte der Stadt am Rhein bildet. Er enthält viele kostbare Schätze und schöne Glasfenster. Bei gutem Wetter lohnt sich ein Aufstieg über 509 Treppenstufen auf den Südturm des Domes. Auf dem Weg zur Aussichtsplattform in 95 m Höhe kann man die St.-Peters-Glocke besichtigen, die mit 500 Zentnern Gewicht die größte schwingendes Kirchenglocke der Welt ist.

Wechselvolle Geschichte

Schon im Jahre 1388 wurde die Kölner Universität sendet, die heute die drittgrößte Hochschule der Bundesrepublik ist. Aber Köln war nicht nur früh Universitätsstadt, sondern auch Hansestadt, wodurch großer Reichtum in die Stadt floß.

Mit dem Einzug der französischen Revolutionstruppen 1794 war das Ende der reichsstädtischen Freiheit gekommen, und eine tiefgreifende Änderung auf vielen Gebieten des Lebens erfolgte durch die 20 Jahre dauernde Besetzung. 1815 wurde dann Köln und das Rheinland auf dem Wiener Kongreß Teil des Königreiches Preußen. Nun erlebte Köln mit der beginnenden Industrialisierung und den technischen Erfindungen (z. B. wurde der Viertakt-Otto-Motor in Köln entwickelt) einen unerhörten Aufschwung. Unternehmungen von internationaler Bedeutung entstanden. Köln wurde zum „Verkehrskreuz“ des Westens.

Parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung gab es eine bedeutende geistige Bewegung, die auch zur Vollendung des Domes führte und in der von engagierten Bürgern der Grundstock zu den heute in den vielen Museen gezeigten Sammlungen gelegt wurde. Von 1917-1933 war Konrad Adenauer, der spätere erste deutsche Bundeskanzler nach dem 2. Weltkrieg, Bürgermeister der Stadt, bis er von den Nazis abgesetzt und verfolgt wurde. Der Bau der Messehallen sowie der Anlagen des inneren und äußeren Grüngürtels gehen auf seine Initiative zurück.

Leid und Trümmer im 2. Weltkrieg

Der 2. Weltkrieg brachte Köln entsetzliche Bombardierungen und für die Bevölkerung sehr großes Leid. Die Stadt wurde fast völlig zerstört. Die Alliierten versuchten zwar, den Dom als Kulturgut zu erhalten, der aber war durch seine Lage direkt am Hauptbahnhof und an der wichtigsten Eisenbahnbrücke sehr gefährdet und erhielt viele Bombentreffer. Es ist erstaunlich, daß er nicht total zerstört wurde. Wie man gut auf Photos von damals sieht, stand eigentlich nur noch der Dom inmitten von einem riesigen Trümmerfeld. Die Trümmer Kölns betrugen das 45fache des Gesamtvolumens des Doms! Beim Wiederaufbau wurden diese Trümmer zum größten Teil im inneren Grüngürtel als Berge aufgeschüttet und bepflanzt, und heute sieht man als Besucher nichts mehr von dieser Vorgeschichte.

Stadt internationaler Verbindungen

Eine der Voraussetzungen für den Wiederaufstieg war die einzigartige Lage Kölns. Der Hauptbahnhof ist der verkehrsreichste deutsche Bundesbahnhof mit internationalen Verbindungen in alle Himmelsrichtungen. Der Stolz der Stadt sind die acht Brücken. Sie überspannen den Rhein, der eine stark befahrene Wasserstraße ist. Die Domstadt ist umgeben von einem Autobahnring, auf den zehn Autobahnen aus allen Himmelsrichtungen zulaufen. Der Köln/Bonner sowie der Düsseldorfer Flughafen ermöglichen zusätzlich weltweite Verbindungen. So ist es nicht verwunderlich, daß viele Branchen, wie Kraftfahrzeugbau, Chemie, Elektrotechnik Feinmechanik Maschinenbau sowie Energie- und Medienwirtschaft, in Köln ansässig sind. Eine starke Beachtung finden die zum Teil internationalen großen Messen, wie Photokina und Anuga (Nahrung und Genußmittel).

Stadt des Parfüms und des Rosenmontagszuges

Aber wer an Köln denkt, denkt vielleicht auch an das Parfüm „4711“, das auch als „Eau de Cologne“ bekannt ist. übrigens ist das Firmenlogo „4711“ den Franzosen zu verdanken, die in der Besatzungszeit damals an dem Haus, in dem das Parfüm hergestellt wurde, die Hausnummer 4711 anbrachten, als sie für die Besatzungssoldaten Quartiere suchten.

Die Kölner sind glückliche Menschen, denn das Jahr bringt ihnen neben den vier bekannten Jahreszeiten noch eine fünfte, nämlich den Karneval. Dann kommt das überschäumende Temperament der Kölner voll zum Zuge. Man feiert tagelang maskiert und verkleidet auf den Straßen und in Hallen und Sälen. Höhepunkt des Karnevals ist der berühmte Rosenmontagszug, der sich stundenlang durch eine lange Reihe von Tausenden von Menschen durch die Straßen bewegt.

Köln – immer eine Reise wert

Köln ist eine Stadt im Grünen, trotz ihrer vielen Industrieanlagen. Man kann herrlich am Rhein entlang spazieren gehen, und man sollte das einmal abends tun, wenn der Dom und die vielen Kirchen und Altstadthäuser beleuchtet sind: ein unvergeßlicher Anblick! Vielleicht kann man sich dann am Rhein in einem der vielen Lokale niederlassen und ein kühles „Kölsch“ probieren, das berühmte Kölner Bier. Oder man kann zum Zoo, dem Aquarium oder dem benachbarten Botanischen Garten spazieren, die einen ausgiebigen Besuch wert sind. Man sollte nicht vergessen, eins der vielen Museen aufzusuchen, vor allem das Römisch-Germanische Museum direkt neben dem Dom, oder man sollte in der Philharmonie einem Konzert lauschen.

Vielleicht hat man auch noch so viel Zeit, einmal mit den sogenannten „Weißen Schiffen“ eine Fahrt den Rhein aufwärts zu machen über Koblenz und Bacherach nach Rüdesheim oder Bingen, um den romantischen Rheinabschnitt mit dem Loreleyfelsen und den vielen Burgen zu bewundern. Köln ist immer eine Reise wert.

Heinz und Röscben Röder

 

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