Mainz am Rhein ***

Mainz liegt am Zusammenfluss von Rhein und Main und ist eine geschichtlich sehr interessante Stadt. Die Hauptstadt des Bundeslandes Rheinland-Pfalz hat etwa 186.000 Einwohner und ihren Ursprung in einem römischen Legions-Lager, das bereits im Jahre 38 vor Christus hier entstand. Mainz wird auch als Medienstadt bezeichnet weil drei große deutsche Sendeanstalten ihren Sitz[1] in dieser Stadt haben[2] . Dies sind die Sender „ZDF“ (Zweites Deutsches Fernsehen), „SAT1″ und der SWR (Südwestrundfunk). Die Stadt verfügt über viele mittelalterliche Kirchen und Türme, schöne 500 Jahre alte Fachwerkhäuser, eine Rheinufer-Promenade[3] mit der Möglichkeit, auf einem Schiff auf dem Rhein eine Ausflugsfahrt zu genießen. Mainz gilt in Deutschland als ein Zentrum der Fastnacht[4] und ist für seine Weinfeste berühmt.

Johannes Gutenberg – Erfinder des Buchdruckes

Auf einen Menschen ist man in Mainz besonders stolz: Johannes Gensfleisch zur Laden – genannt Johannes Gutenberg (ca. 1400-1468). Er erfand 1450 den Buchdruck mit beweglichen metallenen Lettern[5] . Als Erstes druckte er eine Bibel. Eine dieser Original-Bibeln liegt im Tresorraum des Gutenbergmuseums in Mainz. Von ehemals 180 Exemplaren, die seinerzeit die Druckerwerkstatt Gutenbergs verließen, existieren heute noch 48. Alle „Gutenberg-Bibeln“ sind trotz der gedruckten Vervielfältigungen Einzelstücke, da man trotz des Druckens nicht darauf verzichten wollte die jeweiligen Satzanfänge mit roter Tinte per Hand zu illustrieren und zu verzieren. Durch die geniale Erfindung Gutenbergs profitierte seinerzeit vor allem Martin Luther (1483-1546), der seine vielen reformatorischen Schriften auf diese Weise schnell und in hoher Druckauflage unter das Volk bringen konnte.

Der Mainzer Kaiserdom

Im Zentrum steht der romanische Dom St. Martin. 975 wurde mit seinem Bau begonnen, aber erst 1239 ist die gewaltige[6] Anlage fertig gestellt worden. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Dom nicht weniger als sieben Mal ein Opfer des Feuers. Im 2. Weltkrieg blieb der Dom allerdings so gut wie unbeschädigt. Er hat eine Länge von 113 Metern und ist an seiner höchsten Stelle (Westturm) über 85 Meter hoch. Die bronzenen Türflügel am Haupteingang stammen noch aus der Zeit der Gründung und haben ein Gewicht von 1500 Kilo. Im Inneren des Domes gibt es viele Grabdenkmäler der Erzbischöfe, die gleichzeitig Kurfürsten und Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren. Sie hatten die Autorität Könige und Kaiser zu krönen. Neben dem Kaiserdom in Mainz gab es in Deutschland nur noch drei weitere Bischofskirchen mit dieser historischen Bedeutung. Und zwar in den Städten Worms, Speyer und Aachen. Es gab aber auch Zeiten, in denen man keine Rücksicht auf irgendwelche bedeutsamen Gebäude nahm. So nutzte zum Beispiel Napoleon im Jahre 1813 den Mainzer Kaiserdom als Lazarett[7] und Pferdestall für seine aus Russland zurückkehrenden Soldaten. Zwischen 1925 und 1928 musste das Fundament des Domes dringend mit Beton unterlegt werden, weil durch die Rheinregulierung der Grundwasserspiegel erheblich sank. Dadurch wuchs die Gefahr eines Einsturzes.

Stiftskirche St. Stephan

Sie gilt als eine der besonderen Sehenswürdigkeiten von Mainz, vor allem wegen der weltberühmten „Chagall-Fenster“, die jährlich 200.000 Besucher anziehen. Die Kirche galt als „Gebetsstätte des Reiches“. Im Jahre 1011 wurde sie auch die Grabeskirche von Erzbischof Willigis. Sankt Stephan ist die einzige deutsche Kirche, für die der in Russland geborene Künstler Marc Chagall Fenster schuf. Dies tat er zum ersten Male 1978 im Alter von 91 Jahren. Bis zu seinem Tod 1985 folgten noch acht weitere Fenster. Intensiv leuchtend füllt das tiefe Blau der Fenster mit den biblischen Gestalten aus dem Alten Testament den hohen Raum der Kirche. Chagall wollte seine Arbeit als ein Zeichen der Versöhnung und der jüdisch-christlichen Verbundenheit verstanden wissen. Jörg Bauer

Weitere Informationen über Mainz

 


[1] der Sitz: (hier) das Gebäude, in dem eine Institution, ein Betrieb o.Ä. arbeitet
[2] Dies sind die Sender „ZDF“ (Zweites Deutsches Fernsehen), „SAT1“ und der SWR (Südwestrundfunk).
[3] die Promenade: ein schöner, breiter Weg zum Spazierengehen
[4] die Fastnacht: ursprünglich der Abend vor der Fastenzeit, seit dem 15./16. Jahrhundert v.a. die letzten drei (»tollen«) Tage, auch die vorhergehende Woche, seit dem 19.Jahrhundert meist die vom Dreikönigstag bis Aschermittwoch dauernde Zeit des Frohsinns, verbunden mit Tanzveranstaltungen, Maskeraden u.a. Vergnügungen, mit Höhepunkt und Ende am Fastnachtsdienstag.
[5] die Letter: Schriftkörper aus Letternmetall (Blei-Antimon-Zinn-Legierung), Holz oder Kunststoff mit dem erhabenen, spiegelverkehrten Schriftbild eines Buchstabens zur Herstellung einer Druckform für den Hochdruck.
[6] gewaltig: (hier) sehr groß, hoch oder kräftig und deshalb beeindruckend
[7] das Lazarett: eine Art Krankenhaus für (verwundete) Soldaten


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