Rothenburg ob der Tauber – Bild einer romantischen Stadt

Rotheburg Plönlein Die Bundesrepublik Deutschland hat eine große Anzahl historischer Städte, die gerne von in- und ausländischen Touristen aufgesucht werden. Eine der berühmtesten und bekanntesten dieser Städte ist Rothenburg ob der Tauber. Sie liegt 60 Meter oberhalb des Flusses Tauber – deshalb „ob (auf) der Tauber“.

Eine mittelalterliche Stadt

Noch heute besitzt diese Stadt einen vollkommen erhaltenen Kern aus dem Mittelalter. Die frühere freie Reichsstadt ist auch noch rundherum von ihrer alten Stadtmauer umgeben. Gerne spazieren die Touristen über den Wehrgang, der fast vollständig begehbar ist, um von oben in die schmalen Gassen und auf die Plätze der Stadt zu schauen.

Den Zugang in die Innenstadt bilden wie eh und je die alten Stadttore. Früher wurden sie zum Schutz gegen Eindringlinge nachts geschlossen, heute stehen sie natürlich ständig offen. Die Gassen und Plätze sind für Frauen, die Stöckelschuhe tragen, schwer begehbar, denn sie sind mit holprigen Pflastersteinen versehen. Der Marktplatz ist umgeben von hohen Fachwerkhäusern mit spitzen Giebeln und wird beherrscht vom hohen Turm des Rathauses. Eine besondere Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Jakobskirche. In ihr steht ein gotischer Altar des berühmten Holzbildhauers Tilman Riemenschneider.

Eine Stadt als Denkmal

Rotheburg Rathaus Nun ist es nicht so, daß einzelne besondere Sehenswürdigkeiten dieser historischen Stadt unter Denkmalschutz stehen. Nein, die ganze Stadt gilt als Denkmal. Aus diesem Grund darf das Stadtbild auch nicht verändert werden, z.B. um Platz zu schaffen für moderne Hotels, Kaufhäuser oder Bürogebäude. Bewohner und Besucher der Altstadt von Rothenburg müssen sich damit zufrieden geben, daß alles eng ist und nicht so komfortabel wie in modernen Städten. Dafür ist alles aber einmalig romantisch und schön. Natürlich hat Rothenburg auch modern gebaute Stadtbereiche. Die aber liegen alle außerhalb der Stadtmauern. Und auch nur dort dürfen Autos fahren. Sie hätten in den alten Stadtgassen ohnehin keinen Platz.

Übrigens: Rothenburg ob der Tauber liegt in Mittelfranken, das ein Teil des Bundeslandes Bayern ist. Die Stadt hat etwa 12 000 meist evangelische Einwohner, wenig Industrie, dafür einen blühenden Fremdenverkehr. Vermutlich 1172 verlieh Kaiser Friedrich Barbarossa der bereits vorhandenen Burgsiedlung die Stadtrechte; 1274 wurde Rothenburg unter Kaiser Rudolf I freie Reichsstadt. Ihr Stadtbild innerhalb der Stadtmauer ist seit dem 30jährigen Krieg (1618 – 1648) kaum verändert.

Der mutige Bürgermeister

Warum die Stadt in diesem Krieg nicht zerstört worden ist, soll noch kurz erzählt werden: Eine Legende erzählt, daß der siegreiche Feldherr Tilly nach der Besetzung der Stadt erwartete, daß die Bürger für ihren geleisteten Widerstand streng bestraft würden. Es war in solchen Fällen üblich, daß alle wehrfähigen Männer hingerichtet wurden und die Stadt verbrannt. Verständlicherweise waren die Bürger in großer Angst. Um den Feldherrn gut zu stimmen, begrüßten sie ihn mit einem großen Pokal Wein als Willkommenstrunk. Tilly und alle seine Offiziere tranken aus dem Pokal, ohne daß der dabei geleert wurde. Da machte der Feldherr den Bürgern von Rothenburg ein Angebot: Wenn ein Rothenburger es fertig brächte, den Pokal in einem Zug zu leeren, dann sollte die Stadt mit ihren Bürgern von der Strafe verschont bleiben. Und tatsächlich: der Altbürgermeister Nusch wagte die Prüfung und trank den Pokal leer, ohne einmal abzusetzen. Damit war die Stadt gerettet. Der Pokal, aus dem der Bürgermeister getrunken hatte, ist heute noch zu besichtigen. Aus dieser Legende entwickelte sich im 19 Jhdt. ein Theaterstück, dass bis heute aufgeführt wird.

Lothar von Seltmann

 

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