Feste und Bräuche in Deutschland

Was ist eigentlich Halloween? ****

In vorchristlicher Zeit teilten die Kelten, die frühen Einwohner Englands und Irlands, das Jahr in zwei Hälften, den Sommer und den Winter. In der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November verabschiedeten sich die Menschen vom Sommer (Sinnbild des Lebens) und hießen den Winter (Sinnbild des Todes) willkommen. In dieser Nacht, so glaubten die Menschen bis ins Mittelalter, war die Trennwand[1] zwischen dem Reich der Lebenden und dem Totenreich durchlässig[2], so dass die Toten, bzw. ihre Seelen, noch einmal aus dem Fegefeuer[3] zurückkehren konnten in die Häuser ihrer Angehörigen. Diese sollten Fürbitte[4] für die Verstorbenen halten, damit deren Seelen aus dem Fegefeuer errettet würden.

Im Jahr 837 bestimmte Papst Gregor IV. den 1.November als Feiertag „Allerheiligen“, den Folgetag als „Allerseelen“. Der Begriff „Halloween“ wurde erst im 16. Jahrhundert eingeführt. Die Bezeichnung erklärt sich aus den englischen Wörtern „hallow“ (altengl. „heilig“) und „eve“ (engl. „der Vorabend“), also: der Abend vor „Allerheiligen“.

Irische Auswanderer brachten die Halloween-Bräuche mit in die USA. Dort verbreitete sich die Tradition des Halloween-Feierns sehr rasch. In vielen amerikanischen Bundesstaaten wurde daraus bereits im 19. Jahrhundert ein richtiges Volksfest. Besonderer Beliebtheit bei den Kindern erfreut sich das sogenannte „trick or treat“ (Süßes oder Saures).

Hierbei gehen Kinder, in möglichst schaurige[5] Kostüme als Hexen, Teufel oder Feen verkleidet und maskiert, von Haus zu Haus und bitten um Süßigkeiten, ansonsten drohen sie mit Streichen („trick“). In den Vorgärten der Häuser, an Haustüren, Fenstern und auf Balkonen sieht man am Abend vor Halloween einen ausgehöhlten Kürbis mit einem eingeschnittenen Gesicht bzw. einer Fratze[6], der von innen her durch eine brennende Kerze erleuchtet wird. Der erleuchtete Kürbis soll die bösen Geister abschrecken.

In den letzten Jahrzehnten sind die Halloween-Bräuche nach Europa zurückgekehrt und erfreuen sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Junge Leute feiern Halloween-Partys, wobei dem Monster- und Geisterspuk[7] keine Grenzen gesetzt sind nach dem Motto: je hässlicher und gruseliger, desto besser. Vielerorts nehmen Satanisten[8] und Esoteriker Halloween in ihren Besitz. Beim Tanz um die grinsende[9] Kürbisfratze feiern sie einen regelrechten Totenkult.

Da Halloween auch in unseren Schulen und Klassenzimmern Einzug gehalten hat und auf Straßenfesten gefeiert wird, ist es wichtig, auch Kinder schon über den Hintergrund von Halloween zu informieren. Halloween ist meist nicht nur ein harmloser „Kürbis- oder Maskenbrauch“, sondern das Halloween-Feiern lädt mit seinen heidnischen Wurzeln zu einer Begegnung mit dem Okkulten ein und entwickelt sich immer mehr zu einem dämonischen Spektakel.

Christen haben zum Brauch des Halloween-Feierns eine kritische Distanz. Die Bibel verbietet alle okkulten Praktiken, „denn wer das tut, der ist dem Herrn ein Gräuel.“ (5.Mose,18/12)

Jesus Christus hat durch seinen Tod am Kreuz die Macht des Teufels, des Herrschers über den Tod, besiegt, auch die dämonischen Geister hat er besiegt, die durch Halloween wieder Einfluss nehmen sollen auf das Leben junger Menschen. Dafür sei ihm Lob und Dank!

Der Artikel erschien in „Der Weg“ 3/2007

[1] eine Wand, die einen Raum teilt
[2] hier: leicht zu überwinden
[3] Feuer in der Hölle
[4] Gebete für eine Person
[5] etwas, was Angst macht
[6] ein verzerrtes Gesicht
[7] eine Geistererscheinung
[8] Menschen, die Teufelskult treiben
[9] mit hässlichem, boshaftem Gesichtsausdruck lächeln


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