Der Johannistag ***

Seit dem 5. Jahrhundert wird der 24. Juni als Geburtfest Johannes des Täufers gefeiert. Früher war dies bei den Germanen, Kelten und Slawen der Tag der Sommersonnenwende [1]. Es war eines ihrer größten Feste im Jahreslauf. Die Sonne steht dann am höchsten, und sie dachten, dass sie dann am meisten Macht besitzt. Das machte Ihnen Angst. Sie wollten die Fruchtbarkeit ehren und feierten ein Reinigungsfest, bei dem sowohl Wasser  als auch Feuerbräuche eine besondere Rolle spielten. Für das einfache Volk übernahm die Johannisnacht die Rolle der alten Mittsommernacht, in der altem Volksglauben zufolge Hexen und Dämonen [2] los sind und lauter seltsame Dinge geschehen.

Auch heute werden die milden Sommernächte oft zum Feiern genutzt, obwohl es in Deutschland Johannisfeiern kaum mehr gibt. Wo solche Feiern noch stattfinden, ist das Johannis- oder Sonnenwendfeuer weiterhin der Mittelpunkt. Man singt, tanzt und springt über das Feuer. Und manchmal sieht man von den Bergen brennende Räder herabzurollen, die sogenannten „Sonnenräder“. Das war ein Brauch der Germanen. Aber viele Menschen kennen den Johannistag heute nur noch dem Namen nach. Auf ihn deuten auch die Namen der Johannisbeere [3], des Johanniskäfers [4], des Johanniskrautes [5] oder des Johannisbrotes [6] hin.

An Johannes den Täufer zu erinnern, ist heute noch genau so aktuell wie früher. Er hat die Menschen seiner Zeit wachgerüttelt und sie zur Umkehr zu Gott aufgerufen. „Kehrt um! Ändert euer Leben! Es ist Zeit. Gott hat euch eine letzte Frist gesetzt.“ Diese Worte waren damals nicht beliebt und sind es heute ebenso wenig, aber sie sind immer noch nötig. Johannes hatte den Mut sie auszusprechen und auf Jesus hinzuweisen. In Jesus Christus, dem Licht der Welt, findet die Symbolik dieses Festes ihren wahren Sinn.

[1] Heute ist dies der 22. Juni
[2] der Dämon: ein Wesen, das die Macht des Bösen verkörpert
[3] die Johannisbeere: ein Strauch, an dem rote, weiße oder schwarze Beeren in kleinen Trauben wachsen und den man meist in Gärten findet
[4] der Johanniskäfer: Leuchtkäfer
[5] das Johanniskraut: als Heilkraut verwendete Pflanze mit kleinen Blättern und in Dolden wachsenden gelben Blättern
[6] das Johannisbrot: Hülsenfrucht des im Mittelmeerraumes wachsenden Johannisbrotbaumes


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