Katharina und Maxentius **

Eine Geschichte zu Ostern

Katharina war eine Königstochter in Ägypten. Sie lebte vor langer Zeit in der Stadt Alexandria. Damals herrschte dort der Kaiser von Rom. Er hieß Maxentius und war der mächtigste Mensch der Welt.

Eines Tages besuchte er seine Stadt Alexandria. Er hatte erfahren, dass Katharina eine Christin war. Deswegen ließ er sie zu sich kommen. Sie sollte ihm von Jesus erzählen.

Katharina kannte viele Geschichten von Jesus. Der Kaiser hörte aufmerksam und gespannt zu. Ihm gefiel das, was Jesus unter den Menschen getan hatte. Alle seine Ratgeber wunderten sich über das Verhalten des Kaisers. Er hatte nämlich in den vergangenen Jahren die Christen verfolgt – und sogar viele getötet.

Katharina erzählte vom Leben Jesu und von seinem Sterben. Schließlich erzählte sie auch davon, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. „Von den Toten auferstanden?“, fragte der Kaiser verblüfft[1]. Katharina nickte. Da lachte der Kaiser laut auf und rief: „Das will ich dir nur glauben, wenn du aus einem toten Stein neues Leben erwecken kannst.“

Katharina ging traurig davon. Aber dann kam ihr eine Idee. Sie kaufte von einem Bauern ein beinahe[2] ausgebrütetes Entenei. Damit ging sie am nächsten Tag zum Kaiser. „Na, willst du es versuchen?“, spottete[3] der. Sie nahm das Ei und hielt es ihm entgegen.

Die junge Ente riss von innen einen Spalt[4] in die Schale. Der Kaiser sah geduldig zu, wie das kleine Tier sich aus dem Ei befreite. Sein Gesicht veränderte sich. Er spottete nicht mehr. „Scheinbar tot“, sagte Katharina. „Scheinbar tot und doch Leben.“ Noch lange erzählte man sich, wie nachdenklich der Kaiser durch dieses Beispiel geworden war.

So ist das Ei zum Osterei geworden als Zeichen für das Wunder an Ostern: Jesus Christus ist von den Toten auferstanden. Er lebt!

Nach einer Erzählung von Willi Fährmann

Der Artikel erschien in „Der Weg“ 1/2007

[1] verblüffen: jmdn. mit etwas überraschen, womit derjenige überhaupt nicht gerechnet hat
[2] beinahe: fast
[3] spotten: sich über jmdn. lustig machen
[4] der Spalt: eine schmale, lange Öffnung


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