Weihnachten

Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt!

Josef und Maria mussten sich aufmachen, um von Nazareth nach Bethlehem zu kommen. Die Hirten auf dem Feld haben sich mitten in der Nacht aufgemacht, als der Engel zu ihnen sprach: „Fürchtet euch nicht, euch ist heute der Heiland geboren!“ Sie haben ihre Schafherden verlassen, um in Bethlehem in einem Stall das Jesuskind zu finden. Auch die drei Weisen aus dem Morgenland mussten sich aufmachen, um dem Stern zu folgen und den neuen König zu finden im Stall zu Bethlehem. Und so soll alle Jahre wieder durch das Wunder, das für uns zu Weihnachten geschah, ein Licht in unseren Herzen entzündet werden.

Es hat nun die Nacht ihre Macht verloren, denn Jesus, das Kind, der Herr ist geboren. Lasst das Alte zurück, verschließt euch nicht, brecht auf, brecht auf, zu Christus, dem Licht!

Nun ist der Augenblick gekommen, um sich zu fragen: „Was wollen wir dem Jesuskind schenken? Womit können wir dem Kind in der Krippe eine Freude machen?“

Kinder finden da schnell etwas, was sie dem Kind in der Krippe schenken können und wollen, aber wir Erwachsenen?

Das Kind Jesus will nicht das Gute und Helle von uns, sondern zuallererst unser Zerbrochenes, unser Leidvolles haben, das was nicht heil und schön ist in uns, was uns plagt und sorgt und uns den Frieden nehmen will. Alle unsere Lasten, Sorgen und Verfehlungen dürfen wir an der Krippe niederlegen und als Geschenk die Liebe Jesu empfangen, seinen Frieden, seine Geduld mit uns, seine Nähe, seinen Trost für unsere betrübten Seelen. Wenn wir an der Krippe darum bitten, dann erfahren wir, dass wir die Beschenkten sind.

Darum beten wir:
„Komm in unsre stolze Welt, / Herr, mit deiner Liebe Werben./ Überwinde Macht und Geld, / lass die Völker nicht verderben. / Wende Hass und Feindessinn / auf den Weg des Friedens hin.
Komm in unser reiches Land, / der du Arme liebst und Schwache, / dass von Geiz und Unverstand / unser Menschenherz erwache. / Schaff aus unserm Überfluss / Rettung dem, der hungern muss.
Komm in unsre laute Stadt, / Herr, mit deines Schweigens Mitte, / dass,wer keinen Mut mehr hat, / sich von dir die Kraft erbitte / für den Weg durch Lärm und Streit / hin zu deiner Ewigkeit.
Komm in unser festes Haus, der du nackt und ungeborgen. / Mach ein leichtes Zelt daraus, / das uns deckt kaum bis zum Morgen: / denn, wer sicher wohnt, vergisst, / dass er auf dem Weg noch ist.
Komm in unser dunkles Herz, Herr, mit deines Lichtes Fülle; / dass nicht Neid, Angst, Not und Schmerz / deine Wahrheit uns verhülle, / die auch noch in tiefer Nacht / Menschenleben herrlich macht.“ (Hans von Lehndorff)

Der Artikel erschien in „Der Weg“ 3/2010


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