Anekdoten aus dem Schweizer Oberland

Zwei alte Männer sitzen im Kurort Gstaad auf einer Bank. Fragt der eine den anderen: „Sagen Sie mal, ist das Klima hier oben auch wirklich gesund?“ „Das will ich meinen“, erklärt der andere. „Als ich hier ankam, konnte ich nicht gehen, ich mußte getragen werden. Ich hatte kein einziges Haar auf dem Kopf, und meine Haut war ganz ,verrumpfet‘.“ „O“, sagte der Kurgast erfreut. „Wie ich sehe, hat sich dies alles gebessert. Und seit wann kuren Sie hier?“ „Ja, wissen Sie, ich bin hier geboren!“

An einem großen Empfang in Gstaad mit viel Prominenz läßt sich eine etwas hochnäsige Dame soweit herunter, ihr unbekanntes Gegenüber nach seinem Beruf zu fragen. „Ich bin Starfotograf“, gibt der Mann höflich zur Antwort. „Ja, sagen Sie mal“, gab sich die Dame erstaunt. „Ist es denn nicht langweilig, immer dieselben Vögel zu fotografieren?“

Die Mutter schickt ihren Sohn zum Metzger, damit er ein Kilogramm Aufschnitt holt für den Besuch. Der Junge erledigt seine Aufgabe prima. Der Mutter erscheint aber das Päckli etwas allzu klein, und sie wiegt den Aufschnitt nach. Erbost ruft sie den Metzger an: „Ich habe nachgewogen. Da fehlt ein halbes Pfund.“ „Also, nun wiegen Sie auch Ihren Sohn nach“, rät der Metzger.

Walter und Anna spielen in der Spiezer Bucht. Auf einer Bank sitzen zwei junge Leute und küssen sich. „Was machen die denn da?“ fragt Anna ihren größeren Kollegen. „Ich denke, sie kauen einander den Kaugummi“, bringt Walter die Sache weise auf den Punkt.

Der kleine Schulbub muß lernen, den Lehrer in der Mehrzahl anzureden. Als Strafaufgabe muß er fünfzigmal schreiben: „Ich darf zu dem Lehrer nicht ,Du’ sagen.“ Als der Lehrer die Arbeit entgegennimmt, lobt er die schöne und saubere Schrift. Der Bub strahlt: „Gäll, das hettischt nid gluubt!“ („Nicht war, das hättest Du nicht geglaubt!“)

Ein Bergbauernbub versucht, einen schweren Schlitten den Hang hinaufzuschieben. Ein Tourist hilft ihm dabei und fragt ihn, wie es komme, daß er einen so schweren Schlitten ganz allein da hinaufschieben müsse. Darauf der Knabe: „Aetti het gsiit, da wärdi wohl so ne Löl cho, wo mer hälfi stosse!“ („Großvater hat gesagt, da würden schon solche Leute sein, die mir schieben helfen.“)

Im Zug zwischen Spiez und Frutigen sitzen sich ein Oberländer Bauer und ein Akademiker aus Bern gegenüber. Um die Reisezeit etwas zu verkürzen, schlägt der Bauer ein kleines Quizspiel vor. Dabei soll wegen der ungleichen Bildung folgende Spielregel gelten: Kann der Akademiker eine Frage nicht beantworten, hat er zwanzig Franken zu bezahlen, der Bauer dagegen braucht nur fünf Franken zu bezahlen. Der Bauer stellt die erste Frage: „Es ist fünf Meter lang, fünfzig Zentimeter breit und zwei Meter hoch, hat fünf Räder und zwei Rückwärtsgänge, was ist das?“ Der Akademiker überlegt lange, gibt dann dem Bauern die zwanzig Franken und sagt, daß er es leider nicht wisse. Der Bauer gibt seinerseits dem Partner fünf Franken zurück und sagt: „I wiiss es o nid.“ (Ich weiß es auch nicht.“)


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