Kultur in der Schweiz: bildende Kunst, Literatur und Musik

Die folgenden Aufzählungen werfen nur ein Schlaglicht auf das historische und gegenwärtige Kulturleben der Schweiz und sollen neben einer Übersicht Lust auf ein weitergehendes Forschen machen.

In der „alten“ Kunst der Schweiz, also zwischen 800 und 1800, sind die kulturellen Unterschiede zwischen den verschiedenen Gebieten des Landes deutlich ausgeprägt. Die Unterschiede entsprechen den sprachlichen Regionen der Ost-, West- und Südschweiz und die jeweils vorherrschende künstlerische Richtung steht dem entsprechenden Nachbarland (Deutschland, Frankreich oder Italien) nahe.

BILDENDE KUNST (Malerei, Bildhauerei)

Um 1540 wirkte in Basel der Maler Hans Holbein, der die Renaissancekunst bekanntmachte und eine eigenständige Entwicklung einleitete.

Die schweizerischen Maler des 18. Und 19. Jahrhunderts waren oft im Ausland tätig. Es wären da zu nennen: A. Graff, J.E. Liotard, J.H. Füssli und A. Böcklin. Über die Grenzen der Schweiz hinaus bedeutsam wurde die Malerei F. Hodlers an der Wende zum 20. Jahrhundert. Vertreter der Avantgarde in der Malerei ist Paul Klee, in der Bildhauerei sind es vor dem 2. Weltkrieg A. Giaccometti und M. Bill (die vor Allem im Ausland arbeiteten) und nach dem 2. Weltkrieg B. Luginbühl und J. Tinguely (die in der Schweiz selbst tätig waren). Ein schweizerischer Bildhauer der Gegenwart ist Karl Imhoff, der Christ ist und viele Arbeiten für christliche Gemeinden geschaffen hat.

In einigen Städten der Schweiz gibt es international bekannte Kunstausstellungen: Zum Beispiel die „Öffentliche Kunstsammlung Basel“ und die „Kunsthalle Bern“, die 1968 von dem Künstler Christo mit Tüchern verhüllt wurde.

LITERATUR

Durch die sprachliche Dreiteilung der Schweiz ergeben sich ganz natürlich unterschiedliche Entwicklungen des Schrifttums in deutscher, französischer und italienischer Sprache. An den Strömungen der europäischen Literatur hatte die deutschsprachige Schweiz seit A. von Hallers Gedicht „Die Alpen“ (1732) teil, besonders durch die Mitglieder (Autoren) der „Helvetischen Gesellschaft“, die 1761 gegründet wurde.

Im 19. Jahrhundert brachte die Schweiz einige sehr bekannte Schriftsteller des Realismus hervor. Zu ihnen zählen Jeremias Gotthelf (1797-1854; „Die schwarze Spinne“), Gottfried Keller (1819-1890; „Der grüne Heinrich“, „Kleider machen Leute“) und Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898; „Das Amulett“, „Gustav Adolfs Page“).

Als Folge des geistigen Einflusses der deutschen Exilanten während des 1. Weltkrieges ging 1916 von Zürich die „Dada“-Bewegung aus. Die Schriftsteller dieser neuen Kunstform brachen völlig mit traditionellen Vorstellungen von Sprache: Sie setzten Silben häufig ganz neu zusammen, so daß seltsame Laute entstanden, die nicht unbedingt eine sprachliche Bedeutung haben mußten.

Nach dem 2. Weltkrieg führten Max Frisch (geb. 1911-1991; Herr Biedermann und die Brandstifter“, „Homo Faber“) und Friedrich Dürrenmatt (geb. 1921-1990; „Der Besuch der alten Dame“, „Die Physiker“) die Theatersatire und Komödie zu einem Höhepunkt. Auch Robert Walsers (1878-1956) eigenwilligen Romane und Erzählungen wurden erst nach dem zweiten Weltkrieg entdeckt.

MUSIK

In Zürich entstand um 1320 die „Große Heidelberger Liederhandschrift“. Zürich, Bern und Luzern waren im 14./15. Jahrhundert bedeutende künstlerische Zentren der Schweiz. Gegenwärtig hat die Schweiz ein umfangreiches Programm an Musik- und Theaterfestivals. Besonders hervorgehoben seien das „Weltmusikfestival“ in Basel, der „Musiksommer“ in Genf (Konzerte und Theater in den Stadtparks), die „Zürcher Festspiele“ (Theater, Oper, Musik und Ausstellungen) und das „Internationale Jazzfestival“ in Montreux, bei dem schon viele Schallplatten und CDs live aufgenommen wurden, die Jazzgeschichte gemacht haben.

Daniel Ziegler


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