Ein besonderes Mahl ***

Es war Abend. Jesus war mit seinen Jüngern zusammen. Er wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. Schon morgen würden sie ihn ans Kreuz hängen. Dort würde er für die Menschen sterben. Es war also der letzte Abend. Und daher auch etwas Besonderes. Miteinander feierten sie das Passahmahl. Das feierten die Juden jedes Jahr als Erinnerung daran, dass Gott sie aus der Sklaverei in Ägypten geführt hatte. Am Ende des gemeinsamen Mahls „nahm Jesus den Becher mit Wein, sprach darüber das Dankgebet und sagte: »Nehmt diesen Becher und teilt ihn unter euch! Denn ich sage euch: Ich werde erst wieder Wein trinken, wenn die neue Welt Gottes[1] da ist.« Dann nahm Jesus ein Brot, sprach darüber das Dankgebet, brach es in Stücke und gab es ihnen mit den Worten: »Das ist mein Leib[2], der für euch geopfert wird. Tut das immer wieder, damit unter euch gegenwärtig ist, was ich für euch getan habe!« Ebenso nahm er nach dem Essen den Becher mit Wein und sagte: »Dieser Becher ist Gottes neuer Bund, der in Kraft gesetzt wird durch mein Blut, das für euch vergossen wird.« (Lukas 22,17-20)

Nachdem Jesus gestorben und wieder auferstanden war, erinnerten sich die Nachfolger von Jesus an das, was Jesus getan hatte. Und sie taten, was er ihnen gesagt hatte: „Sie alle widmeten sich eifrig dem, was für sie als Gemeinde wichtig war: Sie ließen sich von den Aposteln unterweisen, sie hielten in gegenseitiger Liebe zusammen, sie feierten das Mahl des Herrn, und sie beteten gemeinsam.“ (Apostelgeschichte 2,42)

Von Anfang an also hatte das „Mahl des Herrn“, das „Brotbrechen“ oder das „Abendmahl“[3] also einen wichtigen Platz in der Gemeinde. Es erinnert die Menschen, die an Jesus Christus glauben, immer wieder daran, dass er für sie gestorben ist und ihre Schuld weggenommen hat. Die Gemeinde verkündet damit die Rettung, die durch den Tod von Jesus geschehen ist, bis das Er wiederkommt (1. Kor. 11,26). [4] Das Abendmahl ist ein besonderes Geschenk von Jesus für jeden, der von ganzem Herzen an ihn glaubt. Jeder kann dadurch „schmecken“, was Jesus für ihn getan hat. Und er wird dadurch neu im Glauben gestärkt und ermutigt, denn bei Jesus ist Vergebung für alle Sünde und Schuld. Man muss es nur persönlich in Anspruch nehmen. Dann sieht man auch das Abendmahl mit neuen Augen!

 

Der Artikel erschien in „Der Weg“ 3/2004

[1] die neue Welt Gottes: das Königreich Gottes, das mit dem ersten Kommen Jesu auf dieser Erde begonnen hat und im „neuen Himmel“ und der „neuen Erde“ Erfüllung findet, in der Gott sichtbar wohnt
[2] der Leib: der Körper
[3] Dies sind einige der Begriffe, die für das Nehmen von Brot und Wein in der Gemeinde damals und heute verwendet werden. Der in der katholischen und orthodoxen Kirche verwendete Begriff der „Eucharistie“ (Danksagung) hat eine erweiterte Bedeutung, auf die wir an dieser Stelle leider nicht eingehen können. Sie entspricht aber nicht in allen Teilen dem, was die Bibel lehrt.
[4] Durch das gemeinsame Essen des Brotes und dem gemeinsamen Trinken des Weines wird auch die Gemeinschaft der Christen untereinander deutlich (vgl.1. Kor. 10,17). Sie bilden zusammen den „Leib Jesu“.


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