Gemeinde ist mehr **

Keiner ist gerne alleine. Man unternimmt gerne etwas mit anderen. Andere können mir helfen und mich unterstützen, wenn ich Probleme habe. In der Gruppe macht vieles einfach mehr Spaß! Und auch wenn jemand Christ wird, möchte er nicht gerne alleine bleiben. Er sucht andere Christen. Menschen, die sich meistens in der „Gemeinde“ oder „Kirche“ treffen. Aber Gemeinde ist mehr als nur eine Gruppe gleich Gesinnter[1].

Was ist eigentlich eine „Gemeinde“?

Das Wort „Gemeinde“ wird oft gleichbedeutend mit „Kirche“ verwendet. Kirche[2] kann aber auch das Gebäude bezeichnen, Gemeinde[3] dagegen beschreibt die Menschen, die zusammenkommen. Die erste Gemeinde entstand vor fast 2000 Jahren in Jerusalem. Damals begannen viele Menschen, Jesus Christus zu vertrauten. Und schon bald trafen sie sich in ihren Häusern. Lukas schreibt darüber in der Bibel:

„Sie alle widmeten[4] sich eifrig dem, was für sie als Gemeinde wichtig war: Sie ließen sich von den Aposteln unterweisen[5], sie hielten in gegenseitiger Liebe zusammen, sie feierten das Mahl des Herrn, und sie beteten gemeinsam.“ (Apostelgeschichte 2,42)

Sie taten das nicht nur ab und zu, am Anfang trafen sie sich jeden Tag! Gemeinde war ihnen wichtig. Dort lernten sie mehr über Jesus. Dort unterstützten und halfen sie sich gegenseitig. Sie erinnerten sich immer wieder daran, dass Jesus für sie und ihre Schuld am Kreuz gestorben war. Deshalb feierten sie das von Jesus eingesetzte Erinnerungsmahl oder „Abendmahl“ mit Brot und Wein. Und sie beteten füreinander und für andere. Gebet ist ja Gespräch mit Gott. Und mit Gott wollten sie alle Dinge ihres Lebens besprechen.

Jesus Christus ist da

Nachdem die erste Gemeinde in Jerusalem entstanden war, breitete sich der christliche Glaube schnell aus. Immer mehr Gemeinden entstanden. Heute gibt es sie in fast jedem Land der Erde. Manchmal treffen die Christen sich in großen Kirchen und manchmal in kleinen Häusern. Manchmal aber auch ganz versteckt, weil es verboten ist, sich zu treffen. Und doch tun sie es, denn die Gemeinde ist ihnen für ihr Leben als Christen sehr wichtig. Und Jesus ist auch dann da, denn er hat gesagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich selbst in ihrer Mitte.“ (Mt. 18,20)

Wir sehen also, was eine Gemeinde ausmacht[6]. Gemeinde ist dort, wo Jesus Christus ist. Wo Christen zusammen kommen, um Gott, den Vater, und Jesus Christus, seinen Sohn, zu loben und anzubeten. Und sie ist dort, wo man sich gegenseitig im Leben als Christ unterstützt und hilft.

Nicht das Gebäude oder eine Organisation macht die Menschen, die sie besuchen, zu einer Gemeinde. Genauso wenig, wie der Name „Christ“ oder die Mitgliedschaft in einer Kirche jemanden zu einem wirklichen Christen macht. Nach der Bibel ist der wirklich „Christ“, der an Jesus Christus glaubt, ihn lieb hat und ihm nachfolgt. Er ist damit ein Kind Gottes und gehört zur Gemeinde Gottes.

In der Bibel wird die Gemeinde auch als ein Körper beschrieben[7]. Jesus Christus ist der Kopf, und alle, die an Jesus glauben, bilden die Glieder des Körpers. Jeder in der Gemeinde gehört zu Jesus, aber auch untereinander gehören alle Christen zusammen. Sie leben miteinander und unter der Herrschaft von Jesus Christus. Das ist Gemeinde.[8]


[1] gleich gesinnt: gleich denkend; mit einer gleichen Einstellung zu etwas
[2] Das Wort „Kirche“ kommt aus dem Griechischen und heißt „dem Herrn gehörig“. Das Wort betont ursprünglich also den „Besitzer“ der Gemeinde, nämlich Gott selbst.
[3] Das Wort „Gemeinde“ übersetzt das griechische Wort „ecclesia“. Es bedeutet „die Herausgerufenen“ und wurde ursprünglich für die Bürger einer Stadt verwandt, die zur Bürgerversammlung gerufen und diesem Ruf gefolgt waren. Christen sind auch Menschen, die „herausgerufen“ wurden und sich jetzt in Gottes Machtbereich versammeln.
[4] sich etw. widmen: seine ganze Zeit und Kraft für etwas verwenden
[5] unterweisen: jemanden etwas lehren
[6] ausmachen: (hier) das Wesentliche an etw. sein, darstellen, bilden
[7] vgl. 1. Kor. 12-14; Eph. + Kol.
[8] Die Bibel benutzt auch noch andere Bilder, wie das Bild von der Herde (Apg. 20,28) mit Jesus als Hirte, oder das Bild vom Haus (1. Kor. 3,9; 1. Tim 3,15a) mit Jesus Christus als dem Fundament. Auch gibt es die Bilder vom Tempel (1. Kor. 3,16), der Braut (2. Kor. 11,2; Eph. 5,24), dem Ackerfeld (1. Kor 3,9) oder dem Leuchter (Offb. 1,20).


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