Jeder braucht eine Gemeinde

Wenn jemand von neuem geboren ist, so ist er zu einem Kind Gottes geworden und gehört zur Familie Gottes. Die Bibel nennt diese Familie „Gemeinde“ oder auch Kirche[1].

Mit „Gemeinde“ kann die Gemeinschaft aller Christen an allen Orten und zu allen Zeiten gemeint sein. Meist bedeutet das Wort aber eine Gruppe von Gläubigen, die sich an einem bestimmten Ort trifft.

Sie alle widmeten sich eifrig dem, was für sie als Gemeinde wichtig war: Sie ließen sich von den Aposteln unterweisen, sie hielten in gegenseitiger Liebe zusammen, sie feierten das Mahl des Herrn[2], und sie beteten gemeinsam. (Apostelgeschichte 2,42)

5,12) In Apostelgeschichte 2,42 wird gesagt, was die ersten Christen in Jerusalem taten. Was taten sie? Wo taten sie es? Waren sie dabei mit anderen zusammen?

Macht also einander Mut und helft euch gegenseitig weiter, wie ihr es ja schon tut. (1.Thessalonicher 5,11)

Und wir wollen aufeinander Acht geben und uns gegenseitig zur Liebe und zu guten Taten anspornen. (Hebräer 10,24)

5,13) Warum braucht jeder Christ eine Gemeinde oder mindestens eine Gruppe von anderen Christen? Beantworten Sie diese Frage aus 1.Thessalonicher 5,11 und Hebräer 10, 24.

In der Gemeinde werden wir immer wieder im Glauben gestärkt. Wir werden korrigiert und ermutigt. Das geschieht durch die Predigt, aber auch durch die Gemeinschaft mit Brüdern und Schwestern[3] im Glauben. Ihnen dürfen wir sagen, wie es uns wirklich geht, und wir dürfen ihnen auch von unseren Schwierigkeiten erzählen.

Auch in einer Gemeinde ist es natürlich nicht immer einfach. Überall, wo Menschen zusammen sind, gibt es Probleme, auch in der Gemeinde. Aber wir sollten daran denken, dass Gott diese Menschen liebt, und so sollen auch wir versuchen, sie anzunehmen und zu lieben.

Wenn man eine Kohle aus der Glut herausnimmt, wird sie schnell kalt. Aber zusammen mit den anderen Kohlen bleibt sie lange glühend und warm. Genauso ist es auch mit dem Menschen und seinem christlichen Glauben.

Um im Glauben an Jesus zu wachsen und stark zu bleiben, sind drei Dinge besonders wichtig: Das Reden mit Gott, das Lesen der Bibel und die Gemeinschaft mit denen, die an Jesus glauben. Wenn wir diese Dinge vernachlässigen, wird unser Glaube schwach, und wir stehen in der Gefahr, den guten Weg Gottes zu verlassen.

In der Gemeinde sind wir aber nicht nur Zuhörer. Wir sollen nicht nur empfangen, sondern wir sollen auch anderen etwas geben. Jeder hat Fähigkeiten, mit denen er anderen helfen kann.

Lesen Sie dazu Römer 12,4-8:

4 Denkt an den menschlichen Leib: Er bildet ein lebendiges Ganzes und hat doch viele Teile, und jeder Teil hat seine besondere Funktion. So ist es auch mit uns: Als Menschen, die zu Christus gehören, bilden wir alle ein unteilbares Ganzes; aber als einzelne stehen wir zueinander wie Teile mit ihrer besonderen Funktion. Wir haben ganz verschiedene Gaben, so wie Gott sie uns in seiner Gnade zugeteilt hat. Einige sind befähigt, Weisungen[4] für die Gemeinde von Gott zu empfangen; was sie sagen, muss dem gemeinsamen Bekenntnis entsprechen. Andere sind befähigt, praktische Aufgaben in der Gemeinde zu übernehmen; sie sollen sich treu diesen Aufgaben widmen. Wer die Gabe hat, als Lehrer die Gemeinde zu unterweisen, gebrauche sie. Wer die Gabe hat, andere zu ermahnen und zu ermutigen, nutze sie. Wer Bedürftige unterstützt, soll sich dabei nicht in Szene setzen[5]. Wer in der Gemeinde eine Verantwortung übernimmt, soll mit Hingabe bei der Sache sein. Wer sich um Notleidende kümmert, soll es nicht mit saurer Miene[6] tun. (Römer 12,4-8)

5,14) Falls Sie zu einer Gemeinde gehören: Welche Fähigkeiten haben Sie, mit denen Sie anderen oder der Gemeinde helfen könnten? Arbeiten Sie in der Gemeinde mit?

Zur Mitarbeit gibt es viele Möglichkeiten: Den Versammlungsraum säubern und Stühle aufstellen, Musik machen, für Essen und Trinken sorgen, Geld spenden, etwas reparieren, in einem Hauskreis mitarbeiten, eine Ansprache halten, anderen die Bibel oder den Glauben erklären, für andere beten, Kranke oder Traurige besuchen, Menschen zur Gemeinde einladen und vieles mehr. Vgl. Römer 12, 1-8; 1. Korinther 12.

Viele Christen geben Gott einen Teil ihres Geldes, das sie verdienen. Damit können viele Aufgaben in Mission und Gemeinde bezahlt werden. So steht es auch in Gottes Wort.

Denkt daran: Wer spärlich sät, wird nur wenig ernten. Aber wer mit vollen Händen sät, auf den wartet eine reiche Ernte. Jeder soll so viel geben, wie er sich in seinem Herzen vorgenommen hat. Es soll ihm nicht Leid tun, und er soll es auch nicht nur geben, weil er sich dazu gezwungen fühlt. Gott liebt fröhliche Geber! (2. Kor 9,6-7)

5,15) Was und wie sollten wir Gott geben?

Die Gemeinde ist wie eine große Familie oder wie ein Leib mit vielen Gliedern.

Wenn irgendein Teil des Körpers leidet, leiden alle anderen mit. Und wenn irgendein Teil geehrt wird, freuen sich alle anderen mit. (1.Korinther 12,26)

5,16) Was tun nach 1.Korinther 12,26 die Glieder einer Familie bzw. des Leibes Christi?

Jeder kann in der Gemeinde mithelfen, so dass die Gemeinde gestärkt wird und wächst.

Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich selbst in ihrer Mitte. (Matthäus 18,20)

5,17) Wir sollen zwar auch für uns allein beten und die Bibel lesen. Aber was sagt Jesus uns in Matthäus 18,20?

Einige haben sich angewöhnt, den Gemeindeversammlungen fernzubleiben. Das ist nicht gut; vielmehr sollt ihr einander Mut machen. Und das um so mehr, als ihr doch merken müsst, dass der Tag näher rückt, an dem der Herr kommt! (Hebräer 10,25)

5,18) Was sollen wir deshalb nach Hebräer 10,25 nicht tun?

Mancher geht nicht gern und regelmäßig zu den Versammlungen seiner Gemeinde, weil das Zeit kostet. Und vielleicht sind irgendwelche Dinge oder Menschen in der Gemeinde, die uns nicht gefallen. Aber es gibt keine vollkommene Gemeinde. Auch wir selber sind nicht vollkommen. Deshalb, sagt Gott, sollen wir die Versammlungen unserer Gemeinde so regelmäßig wie möglich besuchen.

Der Artikel erschien in „Der Weg“ 1/2010

 

[1] Kirche ist allerdings auch das Gebäude, in dem sich die Gemeinde versammelt.
[2] mehr zum Thema „Abendmahl“ finden Sie in der nächsten „Weg-Ausgabe
[3] Im Neuen Testament bezeichnet „Bruder“ den Mitchristen. Die durch den Heiligen Geist bestätigte gemeinsame Zugehörigkeit der Gemeindemitglieder zu Christus und dem gemeinsamen Vater im Himmel kommt in dieser Bezeichnung zum Ausdruck (Mt 23,8; vgl. Röm 8,12-17).
[4] Prophetische Worte von Gott, die die Gemeinde Gottes ermutigen und trösten.
[5] sich in Szene setzen: sich so verhalten, dass man von allen anderen beachtet wird
[6] mit saurer Miene: mit einem Gesichtsausdruck, der Ärger und Missmut ausdrückt


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