Meine schönste Liebesgeschichte

Und plötzlich kam alles anders.
Ich hatte mein Leben eingerichtet.
Die Aufgaben, Pflichten und Pläne waren festgelegt.
Das Leben ging seinen Gang.
Ich wusste, was andere von mir erwarteten und was ich erwarten konnte.
Alles lief rund, alles in Butter.[1]

Dann dieses Erlebnis, das meine Ordnungen zerstörte,
mein Leben aus dem Lot brachte und mich verunsicherte[2].
Eine wundervolle Bewahrung bei einem Autounfall ließ mich aufhorchen.

Auf einmal wusste ich,
dass nicht ich mein Leben im Griff habe[3],
sondern ein anderer.
Den ich dann auf ganz erstaunliche Weise kennen lernen durfte.
Der meine Ordnungen in Frage stellte[4],
weil er andere Werte hat,
mich so annimmt und liebt, wie ich bin, weil er mich geschaffen hat.
Der mein Leben in seiner Hand hält,
der mir Leben in Fülle und ewiges Leben schenkt.
Ein ganz anderes Leben, ein neues Leben,
ja überhaupt erst eine Existenz, die das Wort „Leben“ verdient.
So ist diese Liebe, hundertmal umwerfender[5] als in tausend Schlagern besungen.

Eine solche Liebesgeschichte hat Gott auch mit vielen Menschen vor.
Wer sich darauf einlässt, erhält einen überwältigenden Gewinn,
dem gegenüber alles vorher nur unbedeutend, unscheinbar und nichtig ist.
Das Leben bekommt eine neue Richtung, eine neue Perspektive, einen neuen Sinn.

Ja, das ist meine Geschichte, die schönste Geschichte meines Lebens, weil es wirklich mein Leben von Grund auf veränderte, weil er es veränderte – Jesus.

Ich will noch etwas genauer erzählen, wie alles angefangen hat. Ich war unterwegs im Auto zu einem Polterabend[6]. Schnell noch einen Kaugummi aus dem Handschuhfach geholt – und schon war es passiert! Ich kam von der Fahrbahn ab, fuhr in den Straßengraben und prallte mit voller Wucht gegen ein Betonrohr. Das Auto überschlug sich. Ich konnte nur noch denken: „So das war´s jetzt.“ Als ich zu mir kam, lag das Auto auf dem Dach. Ich aber hing ich im Sicherheitsgurt, und bis auf einen blauen Flecken war mir nichts passiert. Später erinnerte ich mich, dass ich mich etwa 100 m, bevor ich von der Straße abkam, angeschnallt hatte. Zu der Zeit fuhr ich jedoch immer unangeschnallt! Also wenn das noch Zufall ist???

Am nächsten Tag ging ich in eine Kirche. Ich wollte Gott für seine Hilfe danken. Ich war christlich erzogen worden und ging auch regelmäßig in die Kirche, und mir war irgendwie klar, dass Gott mich bewahrt hatte. Aber als ich so in der Kirche saß, hatte ich den Eindruck, dass ich zwar rede, Gott aber gar nicht da ist.

Also ging ich auf die Suche nach Gott. Noch mehr als bisher ging ich in die Kirche. Ich las sehr viele Bücher. [7] Ich hatte eine tiefe innere Leere, die ich mit nichts richtig füllen konnte. Ich wollte nach der Bibel leben, nach den zehn Geboten, der Bergpredigt …. Aber je mehr ich das versuchte, umso mehr wurde mir klar, dass ich das gar nicht schaffen konnte.

Ich suchte weiter, um diese innere Leere zu füllen, und vor allem suchte ich nach Antworten auf meine vielen Fragen. Meine wichtigste Frage war: „Wenn ich bei diesem Unfall gestorben wäre, wäre ich dann im Himmel oder in der Hölle? Und was ist mit den vielen Menschen, die so oft in die Kirche gehen und eigentlich ein schlechteres Leben führen als Menschen, die nicht in die Kirche gehen?“ Ich suchte und fragte – fünf Jahre lang!

1997 hörte ich dann in einer christlichen Veranstaltung, dass man zu Jesus Christus eine persönliche Beziehung haben kann. Dass er jedem ein neues, ewiges Leben schenkt, der von seinem bisherigen Weg umkehrt[8] und ihm nachfolgt. Wollte ich mich darauf einlassen? Eigentlich konnte ich nichts verlieren; ich hatte ja schon vieles ausprobiert. Trotz aller Warnungen, in eine „Sekte“ zu geraten, wusste ich, dass dies der einzig richtige Weg ist. Ich bekannte Jesus meine Sünden und dankte ihm, dass er für mich, für all meine Schuld am Kreuz gestorben ist. Ich sagte ihm: „Du sollst der Herr in meinem Leben sein, und ich will allein nach deinem Willen leben!“

Beim Lesen in der Bibel gingen mir plötzlich die Augen auf, und ich verstand Gottes Wort. Viele meiner Fragen fanden eine Antwort, und ich bekam Frieden in meinem Herzen. Ich sah alle Menschen plötzlich mit anderen Augen. Keiner ist besser oder schlechter als ich. Alle sind von Gott getrennt und können allein durch Jesus zu Gott zurückkommen. Möchtest du das auch?

Petra Schärtel

Der Artikel erschien in „Der Weg“ 2/2005

 

[1] alles lief rund, alles in Butter: ich hatte keine Sorgen, alles gelang mir
[2] jmdn. verunsichern: jmdn. unsicher, unruhig machen
[3] etw. im Griff haben: gut mit etw. zurecht kommen
[4] etw. in Frage stellen: fragen, ob es wirklich so ist
[5] umwerfend: erstaunlich anders
[6] der Polterabend: ausgelassene Feier am Abend vor der Hochzeit
[7] So zum Beispiel, „Sorge dich nicht, lebe“ oder auch Bücher über positives Denken.
[8] Die Bibel nennt dies auch „Buße tun“


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