Johann Sebastian Bach – ein Sänger zur Ehre Gottes

Im Jahr 2000 war der 250. Todestages von Johann Sebastian Bach. Dieser Musiker hat ein merkwürdiges Schicksal gehabt. Obgleich er einer der größten Komponisten war, wurde er wie kein anderer nach seinem Tod fast völlig vergessen. Erst knapp 100 Jahre später hat man ihn wiederentdeckt. Seitdem ist die Bewunderung für ihn ständig gestiegen. Weltweit, bis hin nach Japan und Amerika, werden seine Werke heute aufgeführt.

Eine harte Jugend

Bach wurde 1685 in dem Städtchen Eisenach in dem heutigen Bundesland Thüringen in Mitteldeutschland geboren. Noch heute kann man dort sein Geburtshaus besichtigen. Die Familie Bach war eine in Thüringen und Sachsen weit verbreitete Musikerfamilie.

Schon mit 10 Jahren hatte Bach beide Eltern verloren. Er wuchs bei einem älteren Bruder auf, der Organist war. Unter dessen Anleitung erlernte er das Orgel- und Klavierspiel.

Bach war sein ganzes Leben lang sehr fleißig und immer bemüht, Neues zu lernen. Sein Bruder hatte in einem verschlossenen Schrank Klaviernoten liegen. Er gab sie jedoch Johann Sebastian nicht zum Spielen. Er meinte, die Noten seien noch zu schwer für ihn. Da holte sich dieser nachts heimlich die Notenblätter durch die Gitterstäbe der Schranktür heraus und schrieb sie beim Licht des Mondes ab. Sein Bruder entdeckte jedoch diesen kleinen „Diebstahl“ und nahm dem traurigen Johann Sebastian die Noten wieder weg.

Auf der Orgelbank

Mit 18 Jahren, 1703, wurde Bach Organist in Arnstadt in Thüringen. Von hier aus wanderte er einmal 350 km zu Fuß nach Lübeck, um den dortigen berühmten Organisten Dietrich Buxtehude zu hören und von ihm zu lernen.

Bach hatte dafür vier Wochen Urlaub bekommen, blieb jedoch ein ganzes Vierteljahr fort. Dafür und für andere Dinge, die der junge Organist sich erlaubte, tadelte ihn der Rat der Stadt. Deshalb ging Bach 1707 als Organist nach Mühlhausen. Er blieb von jetzt an in seiner Heimat Thüringen-Sachsen.

Bach begann jetzt auch für den Gottesdienst zu komponieren. Er schrieb Werke für die Orgel, z.B. Choralvariationen sowie Fugen mit einem Präludium davor. Ebenso komponierte Bach Kantaten. Eine Kantate ist ein „Gesangstück“ (mit Arien für Solosänger und Chor) und geistlichem Text. Sie ist eine „Predigt in Musik“.

In Mühlhausen heiratete Bach auch seine Frau Maria Barbara.

Ein herrischer Herzog und ein selbstbewußter Musiker

Obgleich der Rat der Stadt Bachs Arbeit schätzte, verließ dieser schon 1708 Mühlhausen wieder. Er trat als Hoforganist und Geiger in dem Hoforchester in den Dienst des Herzogs von Sachsen-Weimar.

In Weimar komponierte Bach weiterhin Orgelwerke und Kantaten für den Gottesdienst. Sein Ruf als meisterhafter Orgelspieler verbreitete sich in ganz Deutschland und darüber hinaus. Deshalb wurde er auch häufig zur Prüfung neuer Orgeln in andere Städte gerufen.

In Dresden, der Hauptstadt von Sachsen, regierte damals August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen. Dort hielt sich der berühmte französische Orgel- und Klavierspieler Louis Marchand auf. Ein Wettstreit wurde zwischen ihm und Bach vereinbart, wer der größere Klaviervirtuose sei. Aber zur vereinbarten Zeit warteten die vornehmen Gäste vergeblich auf Marchand – er war plötzlich abgereist. Er hatte gemerkt, daß Bach ihm überlegen war. So ging Bach als Sieger aus diesem Wettkampf hervor.

1717 bat Bach den Herzog um seine Entlassung. Er hatte nämlich vergeblich gehofft, Leiter (Dirigent) des Hoforchesters zu werden. Der Herzog war jedoch über Bachs Absicht fortzugehen so verärgert, daß er ihn vier Wochen lang einsperren ließ. Danach mußte er ihn gehen lassen.

Kirchenmusiker wird Konzertdirigent

Der junge Fürst Leopold von Anhalt-Köthen hatte Bach als Leiter seines Hoforchesters in seine kleine Residenz Köthen (bei Magdeburg) gerufen. Hier hat Bach weltliche Musik für das Hoforchester des Fürsten geschrieben.

So komponierte er hier den größten und schönsten Teil seiner Konzerte für festliche Anlässe des Hofes: sogenannte „Große Konzerte“ und Solokonzerte wie Violin- und Klavierkonzerte. Als Kammermusik für eine kleine Gruppe schrieb er Sonaten für Klavier, Violine und Cello. Auch die großartigen 6 Brandenburgischen Konzerte entstanden hier.

Freude und Leid in der Familie

Bach lebte in einer guten Ehe mit seiner Frau. Sie hatte ihm vier heranwachsende Kinder geschenkt.

Als Bach jedoch 1720 von einer Reise zurückkehrte und froh sein Haus betrat, sagte man ihm: seine Frau sei plötzlich gestorben und schon beerdigt worden.

Bach war sehr traurig. Aber er wußte als Christ: Wenn Gott uns Not schickt, schenkt er uns auch die Kraft, sie tragen zu können. Gott ist unser Vater. Er liebt uns, seine Kinder, auch dann, wenn er uns Lasten zu tragen gibt. Weil Bach das wußte, war er in seiner Trauer doch getröstet.

Bach hat uns in seiner Musik immer wieder ermutigt, Gott zu vertrauen. Denn Gott meint es immer gut mit uns. Eine seiner schönsten Kantaten trägt den Titel „Ich will den Kreuzstab (= die Not des Lebens) gerne tragen“.

Nach eineinhalb Jahren heiratete Bach seine zweite Frau Anna Magdalena. Auch mit ihr lebte er in einer glücklichen Ehe. Sie schenkte ihm eine Anzahl weiterer Kinder.

Bach wollte, daß seine heranwachsenden Kinder gute Schulen besuchen und einmal studieren könnten. Das war in dem kleinen Köthen jedoch nicht möglich.

Deshalb bewarb Bach sich einmal um eine Stelle als Organist an einer Kirche in Hamburg. Aber in der reichen Handelsstadt Hamburg regierte das Geld. Wenn Bach die Stelle haben wollte, hätte er deshalb eine große Geldspende an diese Kirche zahlen müssen. So bekam statt seiner ein unbedeutender Organist diese Stelle, der das nötige Geld für die Spende hatte. Peinlich für Hamburg!

1723 bekam Bach jedoch die Stelle als Kantor an der Thomaskirche in der großen, lebendigen Handelsstadt Leipzig in Sachsen

Thomaskantor

Als Thomaskantor hatte Bach die Leipziger Kirchen jeden Sonntag mit Kirchenmusik zu versorgen.

Ein Kantor mußte damals in Deutschland mit der Schuljugend Lieder und Musik für den Gottesdienst einüben und im Gottesdienst vortragen. Seine Kantaten ließ Bach von den Schülern der Thomasschule im Gottesdienst singen. Jede Woche mußte er sie mit ihnen einüben. Daneben hatte Bach auch noch Schulunterricht zu geben.

Heute ist der Chor der Thomaskirche in Leipzig, der „Thomanerchor“, ein weltberühmter Knabenchor.

So hatte Bach viel Arbeit. Er mußte immer wieder neue Kantaten für den Gottesdienst schreiben. Auch waren die Schüler oft undiszipliniert.

Bach komponierte auch große Werke für Kirchenmusik. So z B. die „Johannespassion“, das „Weihnachtsoratorium“ und die „h-moll-Messe“.

Sein größtes Werk ist die „Matthäuspassion“. In ihr schildert er nach dem Evangelisten Matthäus, wie Jesus in sein Leiden („Passion“) und Sterben hineingeht, um uns Menschen von unserer Schuld vor Gott zu erlösen. Durch die wunderbare Musik dieses Werkes spricht Bach so zu den Herzen der Zuhörer, daß man ihn den „5. Evangelisten“ genannt hat (neben den 4 Evangelisten der Bibel). Menschen fanden durch das Hören der Matthäuspassion zum Glauben an Jesus Christus.

Demütig vor Gott – Aufrecht vor den Menschen

Bach war ein gläubiger Christ. Er sagt: „Mit aller Musik soll Gott geehrt und die Menschen erfreut werden. Wenn man Gott mit seiner Musik nicht ehrt, ist die Musik nur ein teuflischer Lärm und Krach“.

Bach wußte, daß Gott uns letzten Endes die Kraft zu allem Guten schenken muß. Er schrieb häufig über seine Kompositionen: „J.j.“, die Abkürzung für lateinisch „Jesu juva“ = „Jesus, hilf“. Oder „S. d. g.“ („Soli deo gloria“) = „Allein Gott die Ehre“.

Deswegen bildete Bach sich auch nichts auf sein großes Können ein. Er war ein bescheidener Mensch. Menschen gegenüber bestand Bach jedoch auf seinem Recht. Dadurch hatte er manche Auseinandersetzung mit dem Rat der Stadt. Er konnte sich dabei streiten und auch zornig werden.

Auch in seiner Familie verlangte Bach Gehorsam. Trotzdem herrschte in ihr eine fröhliche Atmosphäre. Die Familie hat viel gemeinsam musiziert. Alle Kinder Bachs liebten und verehrten ihren Vater. Einige seiner Söhne wurden später bekannte Musiker.

Einsam im Alter

Bach war zu seinen Lebzeiten nicht sehr bekannt. Die meisten Menschen wollten eine einfachere und leichtere Musik hören, als er sie schrieb. So wurde Bach im Alter recht einsam.

Doch der Preußenkönig Friedrich der Große lud Bach im Alter zu sich nach Potsdam ein. Bach spielte ihm auf dem Klavier vor, und der König bewunderte sein Können.

Als letztes großes Werk schrieb Bach „Die Kunst der Fuge“, ein polyphones (vielstimmiges) Meisterwerk.

Bach starb 1750. Am Ende seines Lebens wurde er blind. Als er den Tod nahen fühlte, diktierte er seinem Schwiegersohn für die Orgel eine Variation des Chorals „Vor deinen Thron tret ich hiermit“. Bach wußte, daß er jetzt vor Gottes Thron treten würde. Er bat Gott deshalb in diesem Choral, ihm um Jesus willen seine Schuld zu vergeben und ihn zu sich in seine himmlische Herrlichkeit zu nehmen. So ist Bach ruhig und getrost gestorben. –

Es ist sicher kein Zufall, daß gerade ein so gläubiger Komponist wie Bach eine so großartige Musik schreiben konnte. Alles Gute, was wir zustande bringen, muß Gott uns im Grunde schenken. Und er tut es, wenn wir ihn darum bitten.

Wie Bachs Leben wird auch unser Leben von Gott gesegnet sein, wenn wir unser Leben in der Gemeinschaft mit Gott führen. Wie Bach können auch wir dann einmal ruhig sterben. Wir wissen dann: wir gehen durch den Tod in ein neues Leben bei Gott.

Hans Misdorf

Wir haben auch noch einen kürzeren Artikel über Bach für Sie!

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