Sieben von 250000: Internationale Studentinnen und Studenten erzählen von ihren Erfahrungen am Studienstandort Deutschland, davon, was ihnen gefällt, was ihnen Schwierigkeiten bereitet hat.
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| Universität Würzburg (Bild: pixelio.de) | |
Asmaa
32 Jahre, aus Ägypten, Studentin der Volkswirtschaftslehre: „Zum ersten Mal
bin ich nach Berlin gekommen, um Deutsch zu lernen. Das hat einfach Spaß gemacht. Aber der Anfang
an der Humboldt-Uni war hart. Ich bin sehr gut in Mathe, trotzdem fehlten mir einige Grundlagen.
Mir hat dann ein Professor seine Hilfe angeboten, später habe ich viel in Gruppen gearbeitet und
dabei nette Leute kennen gelernt. Letzten Endes habe ich durch die Startschwierigkeiten aber viel
an Selbstbewusstsein gewonnen. Jetzt stehe ich kurz vor dem Abschluss.“
Tiina
22 Jahre, aus Finnland, Psychologiestudentin: „Mein erster Eindruck war:
Welch eine Bürokratie! Aber ich habe einen Orientierungskurs mitgemacht, den das International
Office der Uni anbietet. Die Tipps haben mir sehr geholfen. Ansonsten war es kein Kulturschock,
nach Deutschland zu kommen. Nur die Leute sind in München sehr viel freundlicher im Vergleich zu
Helsinki! An der LMU werde ich ein Jahr lang bleiben. Was das Studium betrifft: Es finden hier
sehr viel mehr Diskussionen statt und die Veranstaltungen sind interaktiver. Kontakt zu finden war
übrigens gar nicht schwer, in unserem Studentenwohnheim finden ständig Partys statt.“
Eric Clement
22 Jahre, aus Indien, Student der Molekularbiologie: „Ich wollte an
eine Universität, die mir ein breites Grundlagenwissen vermittelt. Und in Heidelberg habe ich die
richtige Hochschule gefunden. Die Ausbildung bereitet mich und meine Kommilitonen gut auf den
internationalen Arbeitsmarkt vor. Aber nicht nur die Universität gefällt mir. Das Leben in
Deutschland ist in vielem sehr angenehm: Es gibt viel Kultur und schöne historische Städte.
Freunde habe ich auch schnell gefunden – ich jobbe in der Bar unseres Studentenwohnheims."
Indradeo
30 Jahre, aus Mauritius, Medizinstudent: „Auf Mauritius kann man nicht
Medizin studieren, deshalb musste ich ins Ausland. Viele gehen nach England, aber die
Studiengebühren sind extrem hoch. In Deutschland zahlen wir jetzt zwar auch 500 Euro pro Semester,
aber das ist schon in Ordnung. Nach einem Praktikum in Heidelberg bin ich gezielt nach München
gegangen. Jetzt kommt das praktische Jahr: Chirurgie absolviere ich hier am Klinikum Großhadern,
innere Medizin in Harvard und Neurologie in Newcastle. Die Münchner kooperieren mit diesen Unis,
die Betreuung ist super.“
Aleksandra
23 Jahre, aus Polen, Master-Studentin Molecular and Cellular Biology:
„Mir fiel die Entscheidung für Deutschland leicht: So einen Studiengang, wie ihn die Universität
Heidelberg bietet, gibt es nur selten. Damit habe ich sehr gute Chancen. Die Sprache war auch kein
Problem: Gelehrt wird in Englisch, die meisten Studenten sind wie ich Ausländer, darum reden wir
auch untereinander Englisch. Zuerst habe ich in Italien studiert. Aber in Deutschland sind die
Universitäten organisierter und die Menschen offener. Nach Polen möchte ich nach meinem Abschluss
im Sommer nicht unbedingt zurück. Am liebsten würde ich hier in Deutschland auch arbeiten."
Ahmad
28 Jahre, aus Palästina, Mikrobiologe: „Berlin ist eine crazy City
(verrückte Stadt)! Alles ist voller Leben. Ich habe von Anfang an intensiv Deutsch gepaukt, sonst
lernt man eine Stadt nicht kennen. Ich arbeite im Unikrankenhaus Charité und werde in drei Jahren
mit meiner Promotion fertig sein. Die Kollegen in unserer Gruppe kommen aus 20 Nationen. Und ich
lerne hier molekulare Techniken, die wir in Palästina nicht haben. Mein Wissen möchte ich später
gern als Dozent in meiner Heimat weitergeben. Mit einem deutschen Abschluss habe ich sehr gute
Perspektiven.“
Nahid
25 Jahre, aus Bangladesch, Maschinenbau-Studentin: „Schon in Bangladesch
habe ich drei Jahre Informatik studiert. Darum wollte ich ursprünglich auch nur für kurze Zeit als
Austauschstudentin nach Deutschland gehen. Aber dann habe ich es mir anders überlegt und an der
Technischen Universität Darmstadt den Bachelor-Studiengang ,Computational Mechanical and Process
Engineering?e begonnen. Die Entscheidung habe ich bisher nicht bereut. Die Universität ist klasse.
Kein Wunder, dass sie international so einen guten Ruf hat. Aber es wird auch einiges verlangt.
Obwohl ich schon zu Hause am Goethe-Institut ein Jahr lang Deutsch gelernt hatte, habe ich hier
weitere Kurse besucht. All die technischen Fachbegriffe zum Beispiel kannte ich nicht auf Deutsch.
Wahrscheinlich werde ich jetzt sogar noch länger bleiben und einen Master-Abschluss ablegen."
©Deutschland magazine www.magazine-deutschland.de
Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
Neben den eigenen Programmen listet der
DAAD in seiner Stipendiendatenbank Fördermöglichkeiten anderer Organisationen auf. Fast 100
Angebote von über 50 Institutionen sind dort online zu finden.
www.funding-guide.de
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Die zentrale Organisation zur Forschungs-Förderung an
Hochschulen und öffentlich finanzierten Forschungsinstituten unterstützt auch ausländische
Wissenschaftler. Sie vergibt unter anderem Forschungsstipendien in Deutschland.
www.dfg.de
Alexander von Humboldt-Stiftung
Die Stiftung ermöglicht hoch qualifizierten promovierten
ausländischen Wissenschaftlern langfristige Forschungsvorhaben in Deutschland. Im Internet bietet
die Stiftung ausführliche Erklärungen zu allen angebotenen Programmen.
www.avh.de
InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH
InWEnt steht für die
Personal- und Organisationsentwicklungen in der internationalen Zusammenarbeit. Pro Jahr bietet
die Gemeinschaftsinitiative von Bund, Ländern und Wirtschaft Bildungs-, Austausch- und
Dialogprogramme für rund 55000 Menschen an.
www.inwent.org
Der Artikel erschien in "Der Weg" 3/2007
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