Deutsche Bundesländer

Das fünftgrößte deutsche Bundesland Hessen liegt mitten in der Republik und ist von sechs anderen Bundesländern umgeben. Es hat gemeinsame „Grenzen“ mit Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg. Mit seiner Fläche bedeckt das Land mehr als 21.000 Quadratkilometer zwischen der Diemel im Norden, dem Neckar im Süden, dem Rhein im Westen und der Werra im Osten. Rund 6 Mio. Einwohner bevölkern die 48 Stadt- und Landkreise in den drei Regierungsbezirken Kassel (ca. 197.000 Einw.), Wiesbaden (ca. 268 000 Einw.) und Darmstadt (ca. 138.000 Einw.). Die Kurstadt Wiesbaden ist zugleich Landeshauptstadt.

Drei Großlandschaften sind es, die das Land prägen: Da ist im Westen der östlich des Rheins gelegene Teil des Rheinischen Schiefergebirges mit dem Taunus (höchste Erhebung: Feldberg, 880 Meter) und dem östlichen Westerwald (Fuchskaute, 657 Meter); beide Mittelgebirge sind getrennt durch die Lahn. Da sind östlich davon die Hessische Senke mit der fruchtbaren Wetterau und das anschließende Hessische Bergland mit dem Vogelsberg (Taufstein, 774 Meter), dem Knüll-Gebirge (634 Meter), dem hohen Meißner (750 Meter) und der hessischen Rhön (Wasserkuppe, 950 Meter).

Die dritte Landschaft bildet das fruchtbare Mainbecken mit dem südlich anschließenden Odenwald (Katzenbuckel, 626 Meter). Dieses Mittelgebirge senkt sich nach Westen ab zur berühmten Bergstraße am Rande der Oberrheinischen Tiefebene. Mainbecken und Bergstraße gehören zu den wärmsten Gebieten Deutschlands. Die anderen genannten Mittelgebirge sind dagegen rauh und regenreich.

Die Menschen dieser Gebiete leben zumeist von Wald- und Viehwirtschaft. In den fruchtbaren Senken herrschen dagegen Getreide-, Zuckerrüben- und Gemüseanbau vor. Die Bergstraße und der Rheingau (= der hessische Teil der Oberrheinischen Tiefebene) gehören zu den besten deutschen Wein- und Obstgebieten.

Wenngleich das Land Hessen kaum über nennenswerte eigene Bodenschätze verfügt, so haben sich doch im Umfeld der großen Städte im Rhein-Main-Gebiet und im nördlichen Schwerpunkt Kassel wichtige Industrien vor allem aus den Bereichen Chemie, Lederwaren und Fahrzeugbau angesiedelt. Die größte Stadt des Landes, Frankfurt am Main (ca. 660.000 Einwohner), ist freilich eher eine Handels- und Versicherungsmetropole und eine Stadt der Banken und Geldinstitute mit internationaler Bedeutung.

Das wird auch dadurch deutlich, daß Frankfurt über den größten Flughafen Deutschlands verfügt und auch sonst als Drehscheibe des deutschen, europäischen und internationalen Handels und Verkehrs gelten muß. Daß in Frankfurt eine der drei hessischen Universitäten beheimatet ist, braucht eigentlich nicht besonders erwähnt zu werden. Die anderen beiden befinden sich übrigens in Gießen und in Marburg. Dabei die Phillips-Universität Marburg aus dem Gründungsjahr 1527 die älteste und ehrwürdigste der drei hessischen Hochschulen.

In keinem anderen Bundesland, nicht einmal in einer anderen Region Europas, ist die Häufung von Kur- und Badeorten mit Mineralquellen so groß wie in Hessen. Die Kurorte zu nennen gäbe eine lange Liste, und die Zahl der Menschen, die dort Heilung für ihre Krankheiten und Gebrechen suchen, ist sehr hoch.

Der berühmteste Kurort ist die Landeshauptstadt Wiesbaden. Sie hat viele Quellen, darunter Thermalquellen mit 65 Grad warmem Wasser. Schon die Römer hatten vor 2000 Jahren hier ihre Bäder angelegt und nutzten die Kräfte dieser Heilquellen.

Daß der Betrieb der Kureinrichtungen vielen Menschen Arbeitsplätze bietet, versteht sich. Aber auch in den schönen Landschaften der Mittelgebirge suchen Touristen fern von den Ballungszentren in der Abgeschiedenheit der Wälder und Flußtäler gerne Erholung im Wandern und Schauen und im Erleben reicher volkstümlicher und bäuerlicher Traditionen. Und manch ein Besucher begegnet hier den Gestalten, die er bisher nur aus den Märchensammlungen der Gebrüder Grimm gekannt hatte.

 

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