Ich wollte endlich frei sein!

Vom blauen Dunst und anderen freien Zonen

Raucher stehen derzeit mächtig unter „Dampf“. Seit dem öffentlichen Rauchverbot ist es schwieriger geworden, für die Zigarette davor oder danach ein gemütliches Plätzchen zu finden. – Vielleicht hast du schon mal versucht, mit dem Rauchen aufzuhören. Hier die Geschichte eines jungen Mannes, der den Ausstieg unbedingt schaffen wollte:

Ich hatte damals nicht viel Geld zum Leben, doch für meine Zigaretten musste es noch irgendwie reichen. Doch beim Sport merkte ich immer öfter, dass mir die Puste wegblieb, und das machte dann nicht mehr so viel Spaß! Ich hatte schon oft versucht, mit dem Rauchen aufzuhören, es aber nie so richtig geschafft. Der Reiz war einfach zu groß. Ich erinnere mich auch noch an die Filme, die wir in der Schule zur Abschreckung gegen das Rauchen gesehen haben. Menschen, denen ein Raucherbein abgenommen werden musste. Oder andere, die an Kehlkopfkrebs litten und nur noch durch ein Mikrofon sprechen konnten. Das alles machte uns zwar Angst, aber es gab nicht die Kraft zum Aufhören.

Ich rauchte auch auf meiner früheren Arbeitsstelle. Eine Sekretärin beschwerte sich. Sie hatte ja Recht, denn das ganze Büro roch nach Zigaretten. Doch das war mir egal. Natürlich musste ich mich dem Zwang beugen. Das war für mich ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Aufhören. Doch woher nimmt man die Kraft dafür? Wer hilft einem dabei, konsequent zu bleiben, wenn man erst einmal aufgehört hat? Oft hatte ich es schon probiert, aber bei einer (un)günstigen Gelegenheit doch wieder zur Zigarette gegriffen. Schließlich wollte ich nicht alleine unter meinen Kumpels stehen, von denen viele noch rauchten.

In einer bestimmten Lebensphase erzählten mir Freunde von ihrem Glauben an Jesus Christus. Das war mir zwar nicht fremd durch den Religionsunterricht, doch der persönliche Bezug war für mich in keiner Weise vorhanden. Durch eine Predigt wurde ich auf einen besonderen Vers in der Bibel aufmerksam. Paulus hat dort geschrieben: „Denn ich schäme mich der guten Nachricht von Jesus Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Rettung für jeden, der glaubt.“ (Die Bibel: Römerbrief, Kapitel 1, Vers 16)

Das Evangelium von Jesus eine Kraft? Es dauerte ziemlich lange, bis ich verstanden hatte, dass der Glaube an Jesus keine Theorie und Philosophie ist, sondern eine Kraft, die man erfahren kann. Eine Kraft, die mir auch helfen kann, gegen einen ungesunden Lebensstil zu kämpfen. Eine Kraft, die mir Dinge möglich machte, die ich ohne sie einfach nicht erreichen konnte. Es blieb aber nicht bei einer unpersönlichen „Kraft“, sondern drückte sich in einer lebendigen Beziehung zu Gott aus. Es war die Erfahrung seiner Liebe, die mich unmittelbar berührte und wissen ließ: „Ich bin geliebt, so wie ich bin!“ Während in manchen Gottesdiensten Worte und Gebete gesprochen oder Lieder gesungen wurden, fühlte ich hin und wieder eine Art Umarmung Gottes. Diese Erfahrung stärkte auch meinen Willen, mit dem Rauchen aufzuhören, und ich machte einen neuen Anlauf. Andere, die es schon geschafft hatten, waren mir dabei ein Vorbild. Und meine Frau, die ich da gerade kennen gelernt hatte, half mir, indem sie mich immer wieder ermutigte, wenn ich aufgeben wollte. Und – Raucherküsse schmecken nicht so gut!

Ich legte mein „cooles“ Image ab und konnte werden, der ich bin: Ein von Gott geliebter, einfühlsamer Mensch – einfühlsam auch auf mich selbst bezogen. Danke Gott! Denn das ist die Freiheit, die Paulus meint, wenn er sagt: „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“. (2. Korinther 3,17) Für mich war das auch die Freiheit vom Zwang zur Zigarette. Es ist ein angenehmes Gefühl, wenn man in einem persönlichen Kampf als „Sieger“ hervorgegangen ist. Und diese Erfahrung konnte ich dann auch auf andere Bereiche meines Lebens übertragen.

Stephan Johanus, Berlin

Vielleicht ist das Rauchen gar nicht dein Problem. Die Strukturen der Abhängigkeit (Internet-, Spiel-, Alkohol-, Drogen- oder Sexsucht) ähneln sich stark. Doch der von Stephan beschriebene Weg der Befreiung gilt für jeden, der Sehnsucht danach hat und wirklich frei werden will. Diese Freiheit, die Gott dir anbietet, hat nichts mit Zauberei zu tun und ist auch kein leichter Weg, der Rückfälle ausschließt. Doch Gottes Liebe wird dadurch nicht kleiner, er wendet sich nicht von dir ab. Im Gegenteil!

Der Artikel erschien in „Der Weg“ 2/2010

Mehr Informationen:

www.rauch-frei.info
Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Dort gibt es u.a. kostenlose Broschüren zum Bestellen oder zum Herunterladen, z.B. „Stop Smoking – Boys“ oder „Stop Smoking – Girls“.

Stiftung Marburger Medien – Am Schwanhof 17 – 35037 Marburg

 


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