Wenn Mauern fallen…

Hallo! Ich heiße Antje und bin 23 Jahre alt. Meine Heimatstadt ist Potsdam. Ich studiere hier an einer Fachhochschule. Potsdam ist eine schöne Stadt mit ca. 152 000 Einwohnern. Sie grenzt direkt an Berlin.

Noch vor sieben Jahren wurde Potsdam durch die MAUER von Berlin getrennt. Für mich war das damals ganz normal, weil ich es nicht anders kannte. Meine Eltern oder andere Leute erzählten manchmal von der Zeit, als man noch ganz einfach nach Berlin fahren konnte. Aber darüber dachte ich nicht so viel nach. Vielleicht, weil ich zufrieden und glücklich mit meinem Leben war: Ich trieb mit Begeisterung Sport, liebte die Natur, verreiste gern, las viel. Meine Freizeit war immer ausgefüllt, und auch die Schule fiel mir nicht schwer.

Die „Wende“

1989 schloß ich die zehnte Klasse ab, begann eine Berufsausbildung als Gärtnerin und plante meine Zukunft.

Dann, im Herbst, kam die „Wende“. Die MAUER fiel. Alles wurde anders. Ich war im Sinne des Sozialismus erzogen worden und erlebte nun, wie alles zusammenbrach. Das Fragen in meinem Inneren wurde lauter: „Wie soll mein Leben einmal aussehen?“ Die Seiten in meinem Tagebuch füllten sich.

Besonders eine Frage ließ mich nicht los: „Wozu lebe ich überhaupt? Was ist der Sinn des Lebens?“ Grübelnd lag ich auf dem Doppelstockbett im Internat. Gestalten aus Büchern und Menschen, denen ich begegnet war, gingen mir durch den Kopf. Ich suchte Orientierung, aber meine Fragen wurden von niemandem beantwortet. Ich wollte schon fast aufgeben…

Licht im Dunkeln?

Da kam mir ein Satz in Erinnerung: „Ich bin das Licht der Welt, wer mit mir geht, der wird nicht im Dunkeln gehen, sondern er wird das Licht des Lebens haben.“ Dieser Satz stammt von Jesus Christus (Johannes 8,12). ,Sollte dieser Jesus, der damals vor fast 2000 Jahren gelebt hat, eine Bedeutung für mich haben?‘ dachte ich.

Aus Neugier begann ich, in einer Kinderbibel zu lesen. Was ich erst für ein Märchenbuch hielt, begann mich anzusprechen. ,Ist es tatsächlich möglich, Gott kennenzulernen? Gibt es doch einen Gott und mit ihm auch wirkliches Leben?‘

Eigentlich konnte ich mir nicht vorstellen, daß es Gott gibt. Aber die Unruhe in meinem Inneren blieb. Ich bemühte mich um moralisch gutes Verhalten, aber versagte doch immer wieder. Ich war unzufrieden mit mir selbst und auch enttäuscht darüber, was sich in unserem Land abspielte.

Das Loch in der Mauer

Etwas später lernte ich junge Christen kennen. In unserer kurzen Begegnung wurde mir eines klar: Gott will, daß ich zu ihm komme und hat den Weg dazu geschaffen. Wir Menschen sind von Gott getrennt wie durch eine Mauer.

Kein Mensch schafft es, Gottes Gebote zu tun oder seinem Gewissen entsprechend zu leben. – Darin erkannte ich mich! Wie oft hatte ich versucht, gut und nicht verächtlich oder neidisch über andere zu denken und hatte es nicht geschafft! Das also war der Grund, warum mir Gott so weit entfernt schien!

Wer durchbricht diese Mauer? Jesus hat es getan. Am Kreuz, wo er getötet wurde, wurde er stellvertretend für meine Fehler und schlechten Taten – das ist mit dem Wort „Sünde“ gemeint – bestraft. Deshalb kann Gott vergeben. Jesus ist das Loch in der Mauer!

Ich nannte Gott die Dinge, die mir auf dem Gewissen lagen und bat ihn darum, mein Leben zu verändern.

Tatsächlich, nach und nach wurde es hell in meinem Leben. Im Inneren wurde es ruhig. Das Grübeln hörte auf. In der Bibel fand ich Antworten auf viele Fragen, und sie bilden jetzt ein festes Fundament für mein Leben. Und das schönste ist – ich kenne Gott. Ich weiß um seine Liebe und Geduld, und die Last der Sünde ist von meinem Gewissen genommen. Das hilft mir, jetzt nicht nur an mich zu denken, sondern mit Freude auch für andere da zu sein.

Die MAUER ist gefallen! Wie in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 die MAUER zwischen den beiden Teilen Deutschlands gefallen war, fiel 1990 die Mauer zwischen mir und Gott. Beides sind unvergeßliche Ereignisse für mich.

Antje

 

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