Johann Sebastian Bach

„Ein musikalischer Dichter zur Ehre Gottes“

„Nicht Bach, sondern Meer sollte er heißen, wegen seines unendlichen, unerschöpflichen Reichtums an Tonkombinationen und Harmonien.“ – So sagte Beethoven, der selber ein großer Komponist war, von Bach.

Johann Sebastian Bach wurde 1685 in der Stadt Eisenach in Thüringen geboren. Er hatte eine harte Jugend und lebte immer in bescheidenen Verhältnissen. Aber er war von einem ungeheuren Fleiß und wollte immer dazulernen. Als er mit zehn Jahren Waise wurde, nahm ihn ein älterer Bruder, der Organist war, zu sich. Hier schrieb er sich einmal heimlich nachts bei trübem Kerzenschein Noten ab, bis sein Bruder es merkte und ihm die Noten wegnahm.

Virtuoser Organist

Mit 18 Jahren war Bach bereits Organist in Arnstadt. Von hier aus machte er zu Fuß eine Reise zu dem 350 km entfernten Lübeck, um dort den berühmten Organisten Buxtehude zu hören.

1708 trat Bach als Hoforganist in den Dienst des Herzogs von Sachsen-Weimar. Hier komponierte er einen großen Teil seiner Orgelwerke (Präludien und Fugen). Denn er war bereits jetzt ein berühmter Orgelspieler. Ein Zeitgenosse sagte von ihm: „Seine Füße flogen über die Orgelpedale, als ob sie Flügel hätten, und wie ein Donner brausten die Klänge durch die Kirche.“

In diesen Jahren wollte sich der bekannte französische Orgel- und Cembalospieler Marchand einmal in Dresden mit Bach vor einer großen Zuhörerschaft im Cembalospiel messen. Aber als Bach zur vereinbarten Stunde erschien, war Marchand kurz vorher heimlich abgereist. Er wußte, daß Bach ihn besiegen würde.

Konzertmusik in Köthen

Im Jahr 1717 ging Bach nach Köthen bei Magdeburg. Er wurde dort Leiter des fürstlichen Hoforchesters. Die sechs Jahre hier waren für ihn eine sehr glückliche Zeit, obgleich er in Köthen seine erste Frau durch den Tod verlor. Hier schrieb er für den fürstlichen Hof viele Suiten, Sonaten und Konzerte, darunter auch die bekannten sechs „Brandenburgischen Konzerte“.

Thomaskantor in Leipzig

1723 wurde Bach Kantor an der Thomaskirche in Leipzig. Er war damit für die Kirchenmusik an den Leipziger Kirchen verantwortlich. Oft komponierte er für jeden Sonntag eine neue Kantate für den Gottesdienst in den Kirchen. In den Kantaten wurden die Gedanken der Predigt musikalisch vorgetragen. Insgesamt schrieb er rund 200 Kirchenkantaten.

Mit den Schülern der Thomasschule mußte Bach für jeden Sonntag seine Kantaten und andere Musikstücke einüben. Er hatte außerdem auch noch den Schülern Lateinunterricht zu erteilen. Weil die Schüler häufig schlecht sangen oder nicht gehorchten, mußte er sich oft über sie ärgern. Deshalb hatte Bach mit dem Rat der Stadt Leipzig harte Auseinandersetzungen wegen der Thomasschüler und wegen anderer Dinge. Erst nach langen Kämpfen konnte er seine Forderungen wenigstens zum größten Teil durchsetzen.

Matthäuspassion

Bach war ein gläubiger Christ. Er sagte: „Mit aller Musik soll Gott geehrt werden und sollen die Menschen erfreut werden. Wenn man Gott mit seiner Musik nicht ehrt, ist die Musik nur ein teuflischer Lärm und Krach.“ Oft schrieb er über seine Kompositionen „J. i.“, die Abkürzung für lateinisch „Jesu iuvall“ = „Jesus, hilf“. Und die meisten seiner Werke kennzeichnete Bach mit den Buchstaben: s.d.g. = soli deo gloria = „Gott allein die Ehre!“ Der große Meister wußte, daß er nur mit der Hilfe von Jesus und Gott gute Musik machen konnte.

Bachs größtes Werk ist neben der h-moll-Messe seine Matthäuspassion. In ihr hat er die Passions- oder Leidensgeschichte Jesu nach dem Matthäusevangelium in der Bibel in herrlicher Musik vertont. Nicht wenige Menschen sind durch das Hören der Matthäuspassion zum Glauben an Jesus und Gott gekommen. Deshalb nennt man Bach auch „den fünften Evangelisten“ neben den vier Evangelisten in der Bibel.

Lebensende

Drei Jahre vor Bachs Tod lud der kunst- und musikliebende Preußenkönig Friedrich der Große ihn zu einem Besuch nach Potsdam ein. Bach widmete dem König daraufhin das „Musikalische Opfer“. Dieses Werk und Bachs letztes unvollendetes Werk „Die Kunst der Fuge“ sind größte polyphone (mehrstimmige) Meisterwerke. Sie sind deshalb auch nicht leicht zu verstehen.

Von seinen beiden Frauen hatte Bach zusammen zwanzig Kinder, von denen jedoch nur sechs Söhne und vier Töchter groß wurden. Vier von seinen Söhnen wurden selber berühmte Komponisten.

Kurz vor seinem Tod im Jahr 1750 erblindete Bach. Als allerletztes Werk diktierte er seinem Schwiegersohn eine Komposition über das Kirchenlied „Vor deinen Thron tret ich hiermit, Gott Vater, und demütig bitt, wend von mir armen Sünder nicht dein gnadenvolles Angesicht.“ Er wußte, daß er jetzt durch seinen Tod zu Gott gehen würde, in das ewige Leben bei Gott.

Johann Sebastian Bach war bald nach seinem Tod vergessen. Die Menschen wollten eine einfachere und leichtere Musik hören, als Bach sie schrieb. Erst hundert Jahre später fing man an, seine Größe zu entdecken. Und heute wird seine Musik in der ganzen Welt gespielt. Für viele Menschen ist Bach der größte aller Komponisten.

Hans Misdorf

Wir haben auch noch einen zweiten, ausführlicheren Artikel über Bach für Sie!

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